MARS-MISSION : Auch die Technik für die lange Reise muss entwickelt werden

Um Astronauten samt Proviant und Forschungsgerät zum Roten Planeten zu bringen, sind geräumige Raumfahrzeuge vonnöten. Rechnet man grob ein halbes Kilo Trockennahrung pro Tag und Raumfahrer und eine dreijährige Expedition, ergeben sich für eine sechsköpfige Crew drei Tonnen Proviant. Zwar gibt es etwa in Spanien Versuche mit „Gewächshäusern“ für künftige Raumschiffe, um darauf Pflanzen zu kultivieren, doch einsatzbereit sind die Hightech-Beete noch lange nicht.

In einem Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird stattdessen an einem Bioreaktor gearbeitet, in dem Algen aus dem Kohlendioxid der Atemluft frischen Sauerstoff produzieren. Den Kohlenstoff, der dabei übrig bleibt, nehmen die Mikroorganismen auf. Weil sie sich rasch vermehren, bilden sie wesentlich schneller als jede Pflanze energiereiche Biomasse, die den Speiseplan der Astronauten ergänzen kann. Der Einsatz von künstlichen Aromastoffen dürfte in diesem Fall keinen stören.

Das Trinkwasser für die Crew wird zu großen Teilen mittels Recyclinganlagen aus der Luftfeuchtigkeit und dem Urin der Astronauten gewonnen. Auf der Internationalen Raumstation arbeiten solche Wiederaufbereitungsanlagen bereits sehr effektiv, so dass nur wenig Frischwasser von Zeit zu Zeit nachgeliefert werden muss. Diese Option gibt es im Mars-Flieger aber nicht. Deshalb muss etwas mehr Wasser mitgenommen werden – etwa in Hohlräumen der Innenverkleidung, denn es kann die lebensgefährliche kosmische Strahlung gut absorbieren. Eine großzügige Reserve der Flüssigkeit hat aber auch Nachteile. Wie in keinem anderen Technikzweig wird in der Raumfahrt um jedes Kilogramm gerungen, das beim Start nicht der Erdanziehungskraft entrissen werden muss.

Wie das Raumschiff überhaupt bis zum Roten Planeten und wieder zurück kommt, ist noch offen. Stattdessen sollen neue Antriebe entwickelt werden, um aus dem Erdorbit in die Tiefen des Alls – auch zum Mars – vorzudringen. Wie diese beschaffen sind, ist noch unklar. Vielleicht kommen Plasma-Triebwerke zum Einsatz, aus denen elektrisch geladene Teilchen herausjagen. In drei bis vier Jahren will die Nasa einen solchen Raketenmotor vorstellen. nes

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben