Mars-Rover : Spirit überlebt 1000 Sol

Während seiner Winterpause hat der Mars-Rover seine ganz persönliche Version des Millenium-Bug überlebt.

Katharine Sanderson

Das potentielle Software-Desaster blieb aus: Reibungslos übersprang die Software des Mars-Rovers Spirit heute die 1000-Sol-Marke (ein Sol ist ein Mars-Tag und exakt 24 Stunden, 39 Minuten und 35 Sekunden lang).

Als vor einiger Zeit abzusehen war, dass das dreistellige Tages-Zählwerk von Spirit und seinem Bruder Opportunity, die 1000er-Marke überschreiten würde, schickten die Wissenschaftler ein Update "nach oben" - mit Erfolg. Die Software von Opportunity wird die 1000-Sol-Marke demnächst überschreiten.

Beide Mars-Rover wurden für einen Einsatz von 90 Sol gebaut. Niemand hätte damit gerechnet, dass sie mehr als zehn mal so lange halten würden, sagt Bruce Banerdt, Mitglied des Forscherteams des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien.

Zur Zeit macht Spirit Winterpause. Während er auf den Frühling wartet, kann er ungestört den Anblick der rauen Marslandschaft genießen. Wenn die Tage bald länger werden, wird wieder genug Sonnenenergie zur Verfügung stehen, um die Arbeit erneut aufzunehmen.

Gegenwärtig steht die Sonne zwischen Mars und die Erde, das erschwert den Wissenschaftlern die Kontaktaufnahme zu den Mars-Rovern. Um die Roboter weiterhin aktiv zu halten, werden eine Reihe von Wiederholungsarbeiten - beispielsweise das Kopieren und Speichern von Daten - solange durchgeführt, bis sie wieder in Reichweite sind.

Auch wenn Spirit mittlerweile an ein paar Alterskrankheiten leidet und während der Winterperiode nicht alle Programmteile eingesetzt werden konnten, gibt es keine Pläne, die Rover in die Rente zu schicken. Das Team von Banerdt arbeitet immer noch tagtäglich daran, soviel Forschung wie möglich durchzuführen.

"Ich denke man kann es mit dem Altern von Menschen vergleichen, " sagt Banerdt. "Die meisten älteren Menschen die ich kenne, machen sich auch nicht jeden Tag Sorgen, ob sie gleich umkippen".

Dieser Artikel wurde erstmals am 23.10.2006 bei news@nature.com veröffentlicht. © 2006, Macmillan Publishers Ltd

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