Marsmission Curiosity : Ein Roboter nimmt Fahrt auf

Im August landete Curiosity auf dem Mars. Er soll klären: Wäre dort Leben möglich? Für die Nasa ist seine Mission schon jetzt ein Erfolg. Doch was ist eigentlich seit seiner Landung dort oben passiert?

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Der Marsrover "Curiosity" ist seit August 2012 auf Erkundungsfahrt.
Der Marsrover "Curiosity" ist seit August 2012 auf Erkundungsfahrt.Foto: dpa

6.8.2012, 7:17 UHR MESZ: Der Bordcomputer schickt eine knappe Mitteilung zur Erde: „Landung erfolgreich“. 14 Minuten später, so lange braucht das Funksignal, bricht im 248 Millionen Kilometer entfernten Nasa-Kontrollzentrum in Pasadena, Kalifornien, Jubel los.

7.8.2012: Nacheinander werden alle Geräte des Roboters „Curiosity“, zu Deutsch: Neugier, gestartet und überprüft. Zehn verschiedene Messapparate sind auf dem 900 Kilo schweren Fahrzeug im Kleinwagenformat montiert – darunter zwei hochauflösende Kameras für präzise 3-D-Ansichten und die sogenannte „chemische Kamera“: Ein Laser erhitzt Gesteine in bis zu sieben Meter Entfernung, der Dampf wird analysiert und verrät die Zusammensetzung des Materials. Ein weiterer Sensor misst, wie viel kosmische Strahlung auf die Planetenoberfläche trifft. Diese Daten sind vor allem für bemannte Missionen wichtig, die in rund 20 Jahren starten sollen.

9.8.2012: Curiosity schickt ein 360- Grad-Panorama vom Mars. Alles rot und braun und grau. Von grünen Männchen keine Spur. Unterdessen geht der Technikcheck weiter. Mindestens zwei Jahre lang soll der Roboter durchhalten. Die dafür nötige Energie kommt aus knapp fünf Kilo Plutoniumdioxid, das radioaktiv ist. Beim Zerfall der Atomkerne entsteht Wärme, die über spezielle Thermoelemente in Strom umgewandelt wird.

Marsrover „Curiosity“
Aufregender Fund des Mars-Rovers „Curiosity“: Der kleine Forschungsroboter hat auf dem Roten Planeten Hinweise auf einen einstigen Fluss gefunden.Weitere Bilder anzeigen
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28.09.2012 14:47Aufregender Fund des Mars-Rovers „Curiosity“: Der kleine Forschungsroboter hat auf dem Roten Planeten Hinweise auf einen einstigen...

22.8.2012: An Tag 17 macht der Roboter seinen ersten Ausflug. Viereinhalb Meter vorwärts, Drehung um 120 Grad, zweieinhalb Meter im Rückwärtsgang.

27.9.2012: Hundert Meter hat Curiosity nun zurückgelegt. Am Boden findet er ein paar runde Steine, schickt Fotos davon nach Kalifornien. „Flusskiesel“, sagen die Geologen dort. „Fließgeschwindigkeit etwa ein Meter pro Sekunde, es war wohl knöchel- bis hüfttief.“ Fragt sich, wessen Knöchel und Hüfte sie meinen.

7.10.2012: Auch die kosmische Baggerschaufel funktioniert. Erstmals hat sie eine Bodenprobe aufgenommen, die in den Analysebehälter kommen soll. Aber was ist das? Es funkelt silbern am Boden! Die Nasa-Leute sind ganz aufgeregt. Ein Plastikteil, das von Curiosity abgefallen ist, sagen sie später.

"Curiosity" landet auf dem Mars
Jubel bei der NASA: Die Landung des Forschungsroboters "Curiosity" auf dem Mars ist geglückt.Alle Bilder anzeigen
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06.08.2012 08:42Jubel bei der NASA: Die Landung des Forschungsroboters "Curiosity" auf dem Mars ist geglückt.

13.11.2012: Es wird heiß. Curiosity nimmt die erste Bodenprobe. Der Roboter erhitzt Marsstaub und analysiert den Dampf. Drei Wochen später werden die Ergebnisse dieser und weiterer Analysen auf der Erde vorgestellt. Die Nasa macht einen tüchtigen Bohei daraus. Doch der Nachweis organischer Verbindungen ist noch lange kein Beweis für Leben: Die detektierten Moleküle (Methan mit ein paar Chloratomen) sind wahrscheinlich erst während des Erhitzens entstanden. Woraus? Das kann keiner sagen. Es könnte theoretisch die DNS einer Mikrobe gewesen sein, die dort im Boden lag. Oder bloß Kalkstein.

20.11.2012: Es stürmt auf dem Mars. Curiosity sammelt Daten, so gut es geht. Ein Windmesser ist nämlich kaputt. Die anderen Geräte funktionieren aber tadellos.

4.12.2012: Inzwischen hat Curiosity gut 500 Meter zurückgelegt. Aufgrund der großen Erfolge der aktuellen Mission (welche genau, wird nicht gesagt) kündigt die Nasa einen weiteren Forschungsroboter an, der 2020 zum Roten Planeten geschickt werden soll. Um Entwicklungskosten zu sparen, wird der neue Rover dem aktuellen recht ähnlich sehen. Welche Forschungsapparate auf die Plattform montiert werden, soll nun ein Wettbewerb entscheiden.

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