"Mascot" hebt ab : Deutscher Asteroidenlander ist auf dem Weg zu "1999 JU3"

Ankunft in vier Jahren: Der deutsche Forschungsroboter "Mascot2" soll auf einem Asteroiden hüpfen und ihn erkunden. Eine japanische Sonde soll Bodenproben sammeln und zurück zur Erde bringen.

Auf zum Asteroiden. Die japanische Trägerrakete beim Start am 3. Dezember. In vier Jahren soll die Sonde Hayabusa 2 den Asteroid 1999 JU3 erreichen.
Auf zum Asteroiden. Die japanische Trägerrakete beim Start am 3. Dezember. In vier Jahren soll die Sonde Hayabusa 2 den Asteroid...Foto: dpa

Ein deutscher Asteroidenlander ist an Bord einer japanischen Sonde ins All gestartet. Eine japanische Trägerrakete vom Typ H-IIA hob am Mittwoch planmäßig um 13.22 Uhr Ortszeit (05.22 Uhr MEZ) vom Raumfahrtzentrum auf der südlichen Insel Tanegashima ab, wie die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mitteilte. Der Start sei erfolgreich verlaufen. Der Lander „Mascot“ (Mobile Asteroid Surface Scout) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) befindet sich an Bord der Jaxa-Sonde "Hayabusa 2". Sie soll nach etwa vier Jahre langem Flug den rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden „1999 JU3“ erreichen und dort den Lander absetzen. Asteroiden sind Gesteinsbrocken, die um die Sonne kreisen. Sie gelten als Überreste aus der Frühzeit unseres Sonnensystems.

Zwei Mal wurde der Start verschoben

Der Start der Rakete war wegen ungünstigen Wetters zwei Mal verschoben worden. Nach der kürzlichen Landung des Mini-Labors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ sei dies „die nächste Etappe einer aufregenden Reise ins All“, sagte Hansjörg Dittus, DLR-Vorstandsbeauftragter für die Raumfahrt, im Vorfeld des Starts.
Der Asteroid „1999 JU 3“ gehört zu einer häufig vorkommenden Klasse von erdnahen Asteroiden. Teleskopmessungen von der Erde aus ließen vermuten, dass er eventuell Wasser enthalte, so die Forscher.

Mascot soll bis 70 Meter weit hüpfen

„1999 JU3“ hat einen Durchmesser von nur etwa einem Kilometer. Mit Hilfe eines eingebauten Schwungarms kann das schuhkartongroße Landegerät „Mascot“ bis zu 70 Meter weit hüpfen. Auf diese Weise soll es an verschiedenen Orten auf dem Asteroiden Messungen vornehmen.

Erneut sollen Proben zur Erde zurückgebracht werden

Die Sonde „Hayabusa2“ soll währenddessen im Flug Bodenproben aufnehmen. Zudem soll sie um den Asteroiden kreisen und ihn kartieren. 2020 soll sie zur Erde zurückkehren und über einer Wüste in Australien eine Kapsel mit Proben des Asteroiden abwerfen. Bereits 2010 hatte die japanische Raumsonde „Hayabusa“, Vorgänger der „Hayabusa2“, erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. (dpa)

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