Massenexmatrikulation in Berlin : Wie die HU den Magister abwickelt

Mehr als 25 Semester hatten etliche der rund 600 "Altstudierenden" schon an der Humboldt-Universität verbracht, bevor sie kürzlich exmatrikuliert wurden. Der letzte alte Studiengang wird erst 2018 auslaufen.

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Ein älterer Mann fährt mit seinem Fahrrad auf dem Bürgersteig vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität vorbei.
Blick zurück. Vor der Exmatrikulation retten konnten sich Magisterstudierende, die in den Bachelor wechselten.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

An der Humboldt-Universität (HU) waren im Wintersemester 2011/12 noch 1171 Studierende in den auslaufenden Magisterstudiengängen eingeschrieben. 265 von ihnen hatten bereits 25 und mehr Semester an der Uni verbracht, bei 308 waren es 21 bis 25 Semester, 418 waren seit 16 bis 20 Semestern eingeschrieben. Das geht aus der Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Albers (Linke) an die Wissenschaftsverwaltung durch Staatssekretär Knut Nevermann hervor. Die Regelstudienzeit in den Magisterstudiengängen beträgt neun Semester.

Ende März dieses Jahres hat die HU wie berichtet damit begonnen, Studierende im Magister, die weder unmittelbar vor dem Abschluss stehen noch in einen Bachelorstudiengang gewechselt sind, zu exmatrikulieren. Weitere Auslauftermine folgen zum Ende des Sommersemesters, der Prozess wird sich bis 2018 hinziehen, wenn als letzter „alter“ Studiengang Informatik auf Diplom ausläuft. Zum 31. März waren laut HU zunächst 605 Studierende betroffen. Alle Studierenden, die zu diesem Zeitpunkt fertig werden mussten, seien im Wintersemester 2011/12 auf den Termin hingewiesen worden, heißt es in Nevermanns Antwort. Der Refrat, die Studierendenvertretung der HU, hatte die „Zwangsexmatrikulationen“ im März scharf kritisiert und Klagen angekündigt.

148 Magisterstudierende sind in den Bachelor gewechselt

Aus der Antwort auf die Anfrage Albers’ geht hervor, dass 148 Magisterstudierende in den Bachelor gewechselt sind. Ihre bisher erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen würden angerechnet, „soweit keine wesentlichen Unterschiede entgegenstehen“. Entsprechend dem Umfang der Leistungen würden die Studierenden „in ein höheres Semester des jeweiligen Bachelorstudiengangs“ eingestuft. Laut Refrat seien allerdings im Magisterstudium bereits scheinfreie Studierende in Einzelfällen ins dritte Fachsemester eingestuft worden.

Wer lange krank war, kann als Härtefall verschont werden

Dem Rauswurf aus der Uni entgehen konnten auch Studierende, die mit einem Härtefallantrag erfolgreich waren. Stellen kann ihn, wer sein Studium selbst finanziert oder längere Krankheitszeiten nachweisen kann. Laut Nevermann hatten bis zum 25. März dieses Jahres 163 Studierende bei der HU einen solchen Antrag gestellt, 101 seien bislang positiv beschieden und 30 abgelehnt worden.

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