Maßnahmen gegen Plagiate : Berliner Aufruf des Global Research Council

70 Organisationen der Forschungsförderung aus aller Welt haben sich in Berlin auf gemeinsame Regeln für gute wissenschaftliche Praxis geeinigt - und auf einen Aktionsplan für Open Access.

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Waren es nur Schlampereien oder doch bewusste Fälschungen, die die Ergebnisse der Mitte Mai veröffentlichten US-amerikanischen Klonstudie infrage stellen? Plagiate, das Erfinden von Daten oder ihre Manipulation beschäftigen Wissenschaft und Gesellschaft weltweit. In Berlin haben jetzt Vertreter von rund 70 Organisationen der Forschung und der Forschungsförderung, die sich vor einem Jahr zum „Global Research Council“ zusammengeschlossen haben, gemeinsame Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis beschlossen. Die Berliner Konferenz wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Nationalen Forschungsrat Brasiliens ausgerichtet.

Die letztendliche Verantwortung für die Integrität ihrer Forschungsergebnisse tragen die Wissenschaftler und ihre Institute, heißt es. Doch auch die Forschungsförderer seien verpflichtet, dass von ihnen finanzierte Projekte „nach den höchsten Standards“ durchgeführt werden. Sie sollten Institutionen, mit denen sie kooperieren, auffordern, ihrerseits Regeln guter wissenschaftlicher Praxis aufzustellen. Diese müssten in die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern integriert und Forschern durch Workshops nahegebracht werden. Werden Verdachtsfälle untersucht, müssten solche Verfahren „verantwortlich, zügig und fair“ verlaufen.

Geeinigt haben sich die Organisationen des Global Research Council auch auf einen Aktionsplan zum Thema Open Access. DFG-Präsident Peter Strohschneider sieht in der freien Verbreitung von Forschungsergebnissen ein zentrales Paradigma der künftigen wissenschaftlichen Kommunikation. Die Mitglieder verpflichten sich, Open Access für alle Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung zu unterstützen; dies gelte vor allem für Zeitschriftenartikel. Mit den Verlagen sollten Bedingungen ausgehandelt werden, unter denen Forschungsergebnisse frei zugänglich gemacht werden können.

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