Wissen : Masterplätze nicht rechtens vergeben

Die Universität Münster muss eine abgelehnte Bewerberin für den Masterstudiengang BWL vorläufig zulassen. Das entschied das Verwaltungsgericht Münster im Eilverfahren. Die Vergabepraxis verstoße sehr wahrscheinlich gegen geltendes Recht. Die Bewerberin hatte ihr Diplom in Tourismuswirtschaft an einer anderen Hochschule mit „gut“ abgeschlossen und war dann an der Hürde zum BWL-Master in Münster gescheitert.

Bei der Auswahl wandte die Uni ein zweistufiges Verfahren an. Die besondere Eignung und die Rangfolge der Bewerber wurden mittels eines Punktesystem festgestellt, bei dem bis zu 20 Punkte für die Noten des Abiturs, bis zu 40 Punkte nach der Qualität des erworbenen ersten akademischen Abschlusses (zumeist eines Bachelor-Abschlusses) und bis zu 40 Punkte nach sonstigen Qualifikationsmerkmalen vergeben wurden, wozu ein Motivationsschreiben gehörte.

Die Richter stellten fest, in der ersten Verfahrensstufe könne nur auf die Qualität des ersten Abschlusses, auf den das Masterstudium aufbaue, abgestellt werden, nicht aber etwa auf Abiturnoten oder Motivationsschreiben. In der zweiten Stufe bestimme das Landesrecht, dass hier ebenfalls die Qualität des ersten Abschlusses den Ausschlag geben müsse. Auch dies sei mit dem angewandten Punktesystem nicht sichergestellt. Tsp

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