Medizinforschung : "Nebenjob" für US-Nobelpreisträger in Berlin

Der Mediziner Brian Kobilka von der Universität Stanford baut ein Forschungslabor am Berliner Institut für Gesundheitsforschung auf. Vor ihm kam bereits Nobelpreisträger Thomas Südhof.

Brian Kobilka, Chemie-Nobelpreisträger 2012.
Brian Kobilka, Chemie-Nobelpreisträger 2012.Foto: REUTERS

Für die nächsten drei Jahre hat der Amerikaner Brian Kobilka (61) von der Universität Stanford einen Nebenjob in Berlin. Der Mediziner und Chemie-Nobelpreisträger von 2012 soll als „Einstein BIH Visiting Fellow“ ein Forschungslabor im Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) ins Leben rufen. Die Gruppe um Kobilka erhält für die nächsten drei Jahre 450 000 Euro von der Stiftung Charité. Der Wissenschaftler baut das Labor gemeinsam mit Peter Hildebrand vom Institut für Medizinische Physik und Biophysik der Charité auf.

Kobilka ist bereits der zweite Nobelpreisträger, den die Stiftung Charité als Gastwissenschaftler nach Berlin lotsen konnte. Vor drei Jahren wurde der Biochemiker Thomas Südhof (60) gewonnen. Der Deutschamerikaner forscht „hauptberuflich“ ebenfalls in Stanford und bekam 2013 den Medizin-Nobelpreis.

Der Schwerpunkt von Kobilkas Forschung liegt auf G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Das sind wichtige Andockstellen auf der Zelloberfläche, an die sich Hormone und Botenstoffe des Nervensystems anheften und über die etwa jedes dritte Medikament seine Wirkung entfaltet.

Die Stiftung hat über die Vergabe von insgesamt 4,5 Millionen Euro an Fördermitteln entschieden, mit denen neben Kobilka neun weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ans BIH geholt werden. Darunter ist auch die Medizinerin Hannah Monyer von der Universität Heidelberg. Sie wird mit dem Hirnforscher Dietmar Schmitz von der Charité ein Labor aufbauen. wez

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