Wissen : Mehr Bildungsferne im Bachelor Hochschulforscher geben den Unis Zukunftstipps

Die deutschen Hochschulen müssen sich besser auf Studierende aus den bildungsfernen Schichten einstellen. Zwar sind sie noch immer unterrepräsentiert, in den Bachelorprogrammen aber vergleichsweise stark vertreten. Das geht aus einem Bericht des HIS-Instituts für Hochschulforschung über die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen des Studiums in europäischen Ländern hervor. Für das deutsche Hochschulsystem hat das Institut daraus jetzt „Denkanstöße“ für die nähere Zukunft entwickelt.

Auf Unis und Fachhochschulen kommen auch weiterhin Studierende zu, die ihr Studium erst ein Jahr nach dem Abitur oder deutlich später aufnehmen, heißt es. Zwar ermögliche die Aufhebung des Wehr- und Ersatzdienstes einen früheren Studienbeginn, doch gleichzeitig kämen mehr Studierende aus noch unterrepräsentierten Gruppen an die Hochschulen. Bei ihnen sei der Übergang ins Studium häufig verzögert, hinzu kämen die Auswirkungen des lebenslangen Lernens. Ältere Studierende wiederum würden traditionell weniger von ihren Eltern unterstützt, dies könnte eine größere finanzielle Heterogenität in der Studentenschaft zur Folge haben. In den Niederlanden und Skandinavien wird dieser Effekt durch die umfangreiche staatliche Förderung für Studierende abgefangen, in Deutschland dadurch verstärkt, dass sie einen größeren Anteil ihres Budgets von den Eltern erhalten.

Beim Auslandsstudium liegen deutsche Studierende europaweit im Mittelfeld, bei Auslandspraktika allerdings weit vorne. Das kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass deutsche Absolventen auf dem europäischen Arbeitsmarkt konkurrenzfähiger sind als ihre Kommilitonen aus anderen Ländern. -ry

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