Mers : Antikörper wirken gegen Mers-Viren – zumindest bei Mäusen

Noch gibt es keine Therapie gegen Mers-Infektionen. Doch jetzt haben Forscher menschliche Antikörper an Mäusen getestet, mit der sich die Atemwegserkrankung behandeln lässt.

von
Mit Mers infizierte Lungenbläschen.
Während sich Vogelgrippeviren (rot) nur in bestimmten Zellen der Lungenbläschen vermehren, können Mers-Viren (grün) fast alle...Foto: American Thoraic Society

Seit 2012 hat das Atemwegsvirus Mers nachweislich fast 1400 Menschen infiziert. Über 480 sind daran gestorben, 32 davon allein beim jüngsten Ausbruch in Südkorea. Eine Therapie gibt es bisher nicht, auch weil Forscher bislang keine Versuchstiere zur Verfügung hatten, die an Mers erkranken und für Medikamententests genutzt werden könnten. Solche Mäuse haben Forscher der New Yorker Biotechfirma Regeneron jetzt gentechnisch herstellen können.

Vorbeugender Schutz gegen die Viren

Das Forscherteam um Christos Kyratsous von Regeneron und Matthew Frieman von der Universität Maryland setzte ein menschliches Gen ins Mauserbgut. Es produziert einen Rezeptor, mit dem die Mers-Viren Zellen infizieren können. An den kranken Mäusen testeten sie dann zwei Antikörper, die an ein Hüllprotein von Mers andocken. Damit verhinderten die Forscher, dass die Viren in die Zelle gelangen, und reduzierten die Mers-Symptome der Mäuse. Werden die Antikörper präventiv einen Tag vor einer Infektion mit Mers gegeben, lindern sie die Atemwegserkrankung, schreiben die Forscher im Fachblatt „PNAS“. Nun muss getestet werden, ob die Antikörper auch bei Mers-infizierten Patienten wirken.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar