Wissen : Migranten mehr fördern

Kultusminister beschließen Maßnahmen, um Schule und Studium zu verbessern

Schulen sollen künftig besser mit Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Ein entsprechendes Papier haben gestern die Kultusminister und die großen Migrantenverbände unterzeichnet. So wollen die Migrantenverbände künftig stärker darauf dringen, dass Eltern ihre Kinder am Unterricht in allen Fächern teilnehmen lassen – also auch am Sport- und Sexualkundeunterricht und an Klassenfahrten. Die Bundesländer wollen dafür sorgen, mehr Deutschunterricht für Schüler und auch für Eltern mit Migrationshintergrund anzubieten sowie verstärkt Unterricht in der Herkunftssprache der Kinder in der Schule auf den Lehrplan zu setzen.

Die Vereinbarung sei „ein wichtiger Schritt nach vorn“, sagte Mehmet Tanriverdi, der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland. Die Erklärung, die im Rahmen der Sitzung der Kultusminister in Berlin verabschiedet wurde, soll eine Ergänzung zum jüngst verabschiedeten nationalen Integrationsplan sein. Insgesamt sollten die Eltern stärker am Schulleben ihrer Kinder beteiligt werden, heißt es in dem Papier.

Die Kultusminister beschlossen auf ihrer Sitzung auch einen endgültigen Entwurf zu einem Staatsvertrag, der die Umwandlung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in eine Serviceeinrichtung für Studienbewerber regelt. Die ZVS – organisiert als Stiftung – soll künftig als gemeinsames Bewerbungsportal für alle NC-Studiengänge dienen und so Hochschulen und Abiturienten bei der Organisation der Bewerbungen helfen. Den bereits bestehenden Entwurf mussten die Kultusminister noch an einigen Stellen ändern, weil die Finanzminister der Länder Bedenken bei der Organisation der neuen ZVS geäußert hatten. Diese seien jetzt ausgeräumt. Der Staatsvertrag muss noch von den Ministerpräsidenten ratifiziert werden, das soll im März kommenden Jahres passieren.

Wie die ZVS künftig genau arbeiten werde, solle mit der Hochschulrektorenkonferenz demnächst erneut besprochen werden, kündigte KMK-Präsident Jürgen Zöllner an. Für die Hochschulen ist die Teilnahme an der neuen ZVS prinzipiell freiwillig – die Kultusminister drängen aber darauf, dass sich möglichst viele beteiligen.

Die KMK wollte sich auch auf eine „Systemakkreditierung“ für Hochschulen einigen. Diese sollen Qualitätssiegel künftig nicht mehr nur für jeden einzelnen neuen Bachelor- oder Masterstudiengang beantragen müssen. Stattdessen können Unis und FHs ab 2008 auch das Qualitätsmanagement der gesamten Einrichtung prüfen lassen. Bis zum Redaktionsschluss stand die Entscheidung noch nicht fest. Die Länder hatten sich aber im Vorfeld auf eine entsprechende Beschlussvorlage geeinigt.tiw

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