Milchstraße : Zwei Arme ab, einer dran

Neue Strukturen in unserer Galaxie entdeckt.

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Sternenwirbel. So sieht das Weltraumteleskop den Aufbau der Milchstraße. -Foto: dpa

Nach jüngsten Daten des „Spitzer“-Weltraumteleskops hat unsere Heimatgalaxie nur zwei große Spiralarme und nicht wie bisher meist angenommen vier. Dies berichtete Robert Benjamin (University of Wisconsin) jetzt auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft. Seine Gruppe hatte das Infrarotlicht von rund 110 Millionen Sternen katalogisiert und damit die Verteilung der Sterne in weiten Teilen der Milchstraße untersucht. Dort, wo bisher zwei der vier großen Spiralarme vermutet wurden, fand sich jedoch keine Anhäufung von Sternen. Auf der gegenüberliegenden Seite unserer Galaxie stieß ein anderes Forscherteam dagegen auf einen bislang unbekannten kleinen Arm. Er ist der lang gesuchte Zwilling eines schon vor 50 Jahren entdeckten Spiralarms auf unserer Seite der Milchstraße.

Astronomen hatten bereits lange vermutet, dass ihm ein symmetrischer Arm gegenüberliegen sollte. Er ließ sich jedoch nicht aufspüren, weil die Forscher kaum durch das Sternendickicht im Zentrum der Milchstraße spähen können. Tom Dame vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik war bei der Analyse von Beobachtungen mit einem Mikrowellenteleskop auf den fernen Spiralarm gestoßen.

„Unsere Galaxie ist nicht so unordentlich, wie viele gedacht haben“, sagte Dame. „Was wir gefunden haben, ist ein Beleg für eine Form von Balance und Ordnung, ähnlich dem Yin und Yang der chinesischen Philosophie.“ Der bereits zuvor bekannte kleine Spiralarm scheint an der zentralen Balkenstruktur unserer Milchstraße anzusetzen. Forscher hatten daher erwartet, dass sich am entfernten Ende des Balkens eine vergleichbare Struktur herausgebildet habe. Da sich die Erde mitten in der Galaxie befindet, können die Astronomen nur direkt in die galaktische Scheibe blicken.

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