Wissen : Millionen für Warburgs Ikonologie

„Automobile Bilderfahrzeuge“ nannte Aby Warburg etwa die flandrischen Teppiche an den Wänden italienischer Palazzi. Sie zeugen vom Transport der in Kulturobjekten gespeicherten Bildformeln durch Zeit und Raum. Warburgs Ikonologie ist zum Megathema weit über die Kunstgeschichte hinaus geworden. „Bilderfahrzeuge“ nennt ein europäischer Forschungsverbund nun sein Projekt zur „Migration der Bilder“. Es wird vom Bundesforschungsministerium mit 5,4 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert, teilte das Ministerium am Montag mit.

Das Projekt zu „Warburgs Vermächtnis und die Zukunft der Ikonologie“ wurde gestern im Londoner Warburg Institute vorgestellt – anlässlich des 80. Jahrestages der Überführung von Warburgs Kulturwissenschaftlicher Bibliothek aus Hamburg nach London. 1933 wurde sie auf Initiative unter anderem von Erwin Panofsky dorthin transferiert, um sie vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu bewahren. An dem Forschungsverbund sind neben dem Warburg Institute das Deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris, die kunsthistorischen Institute der Humboldt-Universität und der Uni Hamburg sowie das Kunsthistorische Max-Planck- Institut in Florenz beteiligt. Das Projekt untersucht weltweite Wanderungsprozesse von Bildern, Objekten und Texten und ihre Bedeutung für die Bildung und Interaktion von Kulturräumen, heißt es. -ry

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