Wissen : Mittel soll HIV-Infektion vorbeugen

In den USA ist erstmals ein Medikament zugelassen worden, das präventiv gegen eine Infektion mit dem Aids-Erreger HIV wirken soll. Die amerikanische Arzneibehörde FDA folgte einem Expertenausschuss, der empfohlen hatte, das von dem Unternehmen Gilead Sciences produzierte Medikament „Truvada“ zur Prophylaxe zuzulassen. Für die Behandlung HIV-Infizierter ist die Wirkstoffkombination schon länger zugelassen. Nun soll damit das Ansteckungsrisiko gesunder Menschen mit hohem Infektionsrisiko – beispielsweise solchen mit einem HIV-positiven Partner – gemindert werden. „Truvada“ muss dafür einmal am Tag eingenommen werden, die Tabletten sind vergleichsweise teuer: In Deutschland kostet eine Monatspackung mehr als 800 Euro. Kondome müssen der FDA zufolge unbedingt zusätzlich verwendet werden. Die Deutsche Aids-Hilfe warnte vor zu großen Hoffnungen. „Truvada“ schütze bei Weitem nicht so zuverlässig vor HIV wie Kondome. Die Schutzwirkung sinke zudem drastisch, wenn das Mittel nicht regelmäßig eingenommen werde – was gesunden Menschen schwerfalle, vor allem bei einem Medikament, das wie „Truvada“ Nebenwirkungen habe. Es handle sich bei der Präexpositions-Prophylaxe nicht um eine „Pille gegen Aids“, die man direkt vor dem Sex einnehme. dpa

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