Mittelmeer : Beliebt bei Einwanderern

Wie kaum ein anderes Gewässer hat das Mittelmeer mit eingewanderten Arten zu kämpfen. Rund drei Prozent aller Spezies im Mittelmeer stammen aus fremden Meeren.

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Der Schwarzangler bringt von allein ein bisschen Licht ins Dunkel. Er lockt Beute mit der Leuchte über seinem Maul an.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Naturhistorisches Museum Senckenberg
21.10.2010 12:43Der Schwarzangler bringt von allein ein bisschen Licht ins Dunkel. Er lockt Beute mit der Leuchte über seinem Maul an.

Das Mittelmeer ist im Prinzip ein wassergefülltes Becken, und zwar das größte (knapp drei Millionen Quadratkilometer) und tiefste (im Schnitt 1460 Meter tief) der Welt. Geflutet wurde die Senke zwischen Europa und Afrika vor fünf Millionen Jahren über die Straße von Gibraltar. Lange blieb der Zugang zum Atlantik der einzige zu den Weltmeeren. 1869 wurde der Suezkanal eröffnet und damit eine Verbindung zum Roten Meer geschaffen.

Deshalb hat das Mittelmeer wie kaum ein anderes Gewässer mit eingewanderten Arten zu kämpfen. Gut 600 Arten, das sind rund drei Prozent aller Spezies im Mittelmeer, stammen aus fremden Meeren. Unter den Einwanderern finden sich vor allem Flachwasserbewohner wie Muscheln und Krebse. Mehr als die Hälfte kam über den Suezkanal, weshalb im östlichen Teil des Meeres viermal so viele Einwanderer zu finden sind wie im westlichen. In geringeren Anteilen wurden fremde Arten durch Schiffe eingeschleppt oder sind aus Aquakulturen entwischt.

Gerade im Mittelmeer wird die Lebewelt seit jeher stark vom Menschen beeinflusst. Vor etwa 7000 Jahren begann dort Fischfang in nennenswertem Umfang. Und schon damals waren einige Gebiete überfischt, wie die Wissenschaftler anhand der abnehmenden Größe der gefangenen Tiere feststellten. Aber auch bestimmte Arten von Muscheln, Schnecken und Schwämmen wurden seitdem immer wieder massiv zurückgedrängt.

Die Ausbeutung des Meeres ist noch heute eine der wesentlichen Bedrohungen für die insgesamt 17 000 Arten. Hinzu kommen Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Lebensräumen. Das zeigt sich auch an den Säugetieren wie Delfinen und Pottwalen, deren Bestände deutlich zurückgehen. Besonders bedroht ist die Sattelrobbe, die während der Römerzeit überall im Mittelmeer zu finden war. Seit dem frühen 20. Jahrhundert gilt sie in vielen Regionen als ausgerottet. Besser sieht es für die Seevögel aus, bei denen sich eine leichte Erholung abzeichnet.

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