Wissen : Muttermilch hemmt Aidsviren

Muttermilch enthält von Natur aus Substanzen, die gegen eine Infektion mit Aidsviren schützen. Ihre Wirkung reicht aus, um die Übertragung des Erregers in den meisten Fällen zu verhindern, zeigen Versuche mit Mäusen. Die gentechnisch veränderten Tiere besaßen menschliche Immunzellen statt ihrer eigenen. Sie reagierten dadurch auf HIV genauso sensibel wie ein Mensch. Erhielten diese Mäuse eine Lösung mit Aidsviren in den Mund gespritzt, waren nach zwei Wochen alle Tiere infiziert. Bekamen Mäuse aber die gleiche Dosis zusammen mit menschlicher Muttermilch, blieben alle Tiere gesund. Dies zeige erstmals, dass Muttermilch die orale Übertragung von HIV durchaus verhindern könne, berichten die Forscher im Fachmagazin „Plos Pathogens“.

Das Ergebnis erkläre, warum sich 85 Prozent der Kinder HIV-positiver Mütter trotz monate- und teilweise sogar jahrelangem Stillen nicht infizierten. „Offenbar stecken sich Säuglinge nur dann über die Muttermilch an, wenn sie über längere Zeit immer wieder den Aidsviren in der Milch ausgesetzt sind“, schreiben Angela Wahl vom Center for Aids Research der Universität von North Carolina und Kollegen. Nun gelte es herauszufinden, welche Inhaltsstoffe der Milch genau gegen die Infektion schützen. Diese könnten helfen, Hemmstoffe gegen das Aidsvirus zu entwickeln. dapd

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