Wissen : Nach der Exzellenzinitiative

CDU will einen Internationalisierungs-Wettbewerb

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Dass sich die Bundes-CDU von der Hauptschule verabschieden will, hat einen Streit mit einzelnen Landespolitikern in der eigenen Partei und mit der CSU in Bayern provoziert. Doch das Bildungspapier, das der CDU-Bundesvorstand wie berichtet am Montag beschlossen hat, bietet auch jenseits der Schulpolitik Reibungsflächen. So spricht sich die Partei weiterhin für Studiengebühren aus, sie hätten sich „als Wettbewerbsinstrument“ bewährt. Auch im Rahmen einer gestärkten Hochschulautonomie solle es „in Zukunft in der Entscheidung einer Hochschule liegen, Studiengebühren zu erheben“. Das würde eine Schwächung der Wissenschaftsministerien bedeuten, der Landesregierungen aller Couleur kaum zustimmen dürften.

Vorsichtig formuliert ist eine Passage zur Weiterführung der Exzellenzinitiative für die Forschung an den Universitäten. Nach dem Auslaufen des Milliardenprogramms werden „neue Wege der Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen angestrebt“. Erreicht werden solle „eine größere internationale Sichtbarkeit“ der Standorte. Ein solches Modell hatten Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der scheidende Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) kürzlich für die Universitätsmedizin Charité und das Max-Delbrück-Zentrum ins Gespräch gebracht.

Die Reizworte „Bundesuniversität“ und „Grundgesetzänderung“ meidet die CDU in ihrem Papier. Stattdessen ist die Rede von einer „einvernehmlichen Weiterentwicklung der grundgesetzlichen Regelungen“, die die Kooperation von landes- und bundesfinanzierten Institutionen erleichtern solle.

Nachgedacht wird auch über ein weiteres Nachfolgemodell für die Exzellenzinitiative: Nach deren Ende solle die Internationalisierung der Hochschulen gefördert werden, heißt es. Es fehle den Unis an langfristigen Strategien, wie sie etwa internationale Kooperationen oder Studiengänge mit doppelten Abschlüssen ausbauen wollen. Der Grad der Internationalität einer Hochschule „entscheidet zunehmend über deren Wettbewerbsfähigkeit“, wird erklärt.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hält es die CDU für notwendig, den Anteil ausländischer Wissenschaftler an deutschen Hochschulen auf „mindestens 20 Prozent“ anzuheben. Gleichzeitig müssten sich die Hochschulen aber auch weiter für Abiturienten aus nichtakademischen Elternhäusern öffnen, indem sie etwa mehr Hilfen in der Studieneingangsphase anbieten. Empfohlen werden Universitäts-Kollegs, an denen Studierende eventuelle sprachliche Defizite oder Lücken in Mathematik und Naturwissenschaften aufholen können. Ausbauen sollen die Hochschulen auch Angebote für Berufstätige. -ry

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