Nach Doktoraffären : Bei Plagiat Rückzahlung

Die Förderungswerke reagieren auf die jüngsten Fälschungsskandale: Künftig sollen Stipendiaten flächendeckend darauf verpflichtet werden, wissenschaftlich redlich zu arbeiten.

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Nach den jüngsten Plagiatsaffären wollen die Begabtenförderungswerke ihre Stipendiaten stärker in die Pflicht nehmen. Das bestätigte Ulla Siebert, Leiterin des Studienwerks der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Tagesspiegel. Demnach planen die zwölf deutschen Förderungswerke Regelungen, speziell Promotionsstudenten auf gute wissenschaftliche Praxis zu verpflichten. Bisher hatten nur einzelne Förderungswerke, darunter die Böll–Stiftung, ihren künftigen Stipendiaten einen entsprechenden Passus zur Unterschrift vorgelegt.

Unklar ist noch, inwieweit nachgewiesenes wissenschaftliches Fehlverhalten eine Rückforderung des Stipendiums nach sich ziehen kann. Siebert würde das begrüßen: „Immerhin sind dann die Voraussetzungen der Förderung nicht mehr gegeben.“

Auch Deutschlands größtes Begabtenförderungswerk, die Studienstiftung des deutschen Volkes, will alle Stipendiaten schon bald darauf verpflichten, die Förderung bei wissenschaftlichem Fehlverhalten zurückzuzahlen. „Das schließt neben Plagiaten zum Beispiel auch gefälschte Ergebnisse in der naturwissenschaftlichen Forschung ein“, sagte Sprecherin Cordula Avenarius dem Tagesspiegel.

Die Verpflichtung auf Ehrlichkeit existiert allerdings ohnehin schon. So nennen etwa die gemeinsamen Richtlinien der Förderungswerke als Kündigungsgrund für ein Stipendium, dass „der Stipendiat oder die Stipendiatin unrichtige Angaben über erhebliche Tatsachen gemacht oder solche Tatsachen verschwiegen hat“. Von Rückforderungen ist hier aber noch nicht die Rede.

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