Nach Unfalltod des Mathematikers : John Nash - ein genialer Geist

Weltberühmt wurde der US-amerikanische Mathematiker und Nobelpreisträger John Nash 2001 durch den Hollywoodfilm "A Beautiful Mind". Jetzt starb er 86-jährig gemeinsam mit seiner Frau bei einem Autounfall.

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Ein Porträtfoto von John Nash.
John Forbes Nash (1928 - 2015), hier 2008 in Madrid.Foto: dpa

Er war ein genialer Denker, der mathematische Probleme in einer Tiefe durchdrungen hat, wie nur wenige vor und nach ihm. Das machte ihn unter Fachkollegen berühmt. Weltweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme erfuhr er jedoch, als sein Leben durch den Film „A Beatiful Mind“ 2001 einem großen Publikum bekannt wurde. John Nash, gespielt von Russell Crowe, der begnadete Mathematiker, der im Alter von 30 Jahren an Schizophrenie erkrankt, sich in wirrem Gemurmel und unverständlichen Formeln verliert. Der mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen wird, mit schockierenden Therapien behandelt wird – und schließlich die vermeintlichen Verfolgungen überwindet.

Es ist ein tief gezeichneter Mensch, der 1994 der Wirtschaftsnobelpreis bekommt, weiter an mathematischen Problemen arbeitete, gelegentlich Vorträge hielt. Am Sonnabend ist Nash, 86, bei einem Autounfall in New Jersey gestorben. Ebenso wie seine Frau Alicia Lardé, 82, die fast ein ganzes Leben mit ihm verbracht hatte.

Er solle mehr lernen, riet ihm Einstein

John Forbes Nash Jr. wird in 1928 in Bluefield, West Virginia, geboren. Nach der Schule wollte er zunächst Elektroingenieur werden wie sein Vater. Doch er schrieb sich in Chemie ein, wechselte bald zur Mathematik. Sein Professor am Carnegie-Institute in Pittsburgh empfahl ihn an die renommierte Princeton-Universität mit folgendem Schreiben: „Dieser Mann ist ein mathematisches Genie“.

1948 traf Nash dort ein – eine Welt für sich. Giganten der Wissenschaft wie Albert Einstein und John von Neumann nahmen im Mathe-Institut ihren Nachmittagstee ein. Eine Begegnung mit Einstein, verlief jedoch enttäuschend. Er solle mehr lernen, riet ihm der Alte. Das passte dem jungen Nash nicht. Er wusste, dass er originell war, geniale Einfälle hatte und galt unter Kommilitonen als arrogant und extrem ehrgeizig. Überhaupt war er eher ein Eigenbrötler, in sich gekehrt und ganze Kompositionen Bachs vor sich hin pfeifend.

Doktorarbeit zur Spieltheorie mit 21 Jahren

Nash arbeitete an einer Erweiterung der Spieltheorie, die maßgeblich von John von Neumann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt worden war. Dabei geht es um Verhalten und Strategien von Spielern, etwa beim Poker. Die Pioniere der Theorie kamen nur bis zu Null-Summen-Spielen, bei denen des einen Gewinn des anderen Verlust ist. Aber die Realität ist komplexer, mit mehreren Konkurrenten und Spielverläufen, bei denen alle gewinnen oder verlieren können. Nash gelang es, das mathematisch zu beschreiben, wobei er das grundlegende Werk bereits mit seiner Doktorarbeit im Alter von 21 Jahren ablieferte. Die Ergebnisse werden längst in den verschiedensten Disziplinen genutzt, von der Ökonomie über Annahmen zum Wählerverhalten bis zur Evolutionsbiologie. Zudem arbeitete er auf anderen Gebieten der Mathematik, etwa der Differenzialgeometrie.

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