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Studenten in Italien demonstrieren gegen Bildungsreform

Tausende von Schülern und Studierenden haben am Mittwoch in ganz Italien gegen einschneidende Sparmaßnahmen im Bildungswesen demonstriert. Die Reform sollte am Abend vom Senat endgültig verabschiedet werden. Schüler, Studenten und Hochschullehrer werfen Berlusconis Mitte-rechts-Regierung vor, das Schul- und Universitätssystem aushungern zu wollen. Allein für das Jahr 2011 sieht der Entwurf der Bildungsministerin Mariastella Gelmini Kürzungen von 700 Millionen Euro im Hochschulbereich vor. Außerdem soll für fünf pensionierte Professoren nur ein neuer eingestellt werden. Die Studenten und Schüler hoffen darauf, dass Staatspräsident Giorgio Napolitano sich am Ende weigert, das Gesetz zu unterschreiben. dpa

Migranten erwarten zu viel

von der deutschen Schule

Familien mit Migrationshintergrund haben oft übergroße Erwartungen an das deutsche Bildungssystem – verbunden mit dem Wunsch nach sozialem Aufstieg. Bekannt ist, dass Migranten bei gleicher Schulleistung ihrer Kinder wesentlich höhere Bildungsziele haben als alteingesessene deutsche Eltern. Bamberger Bildungsforscher haben jetzt die Ursachen dafür untersucht. Aus 2000 Interviews schlossen die Forscher um Hans-Peter Blossfeld, dass insbesondere bei türkischen Einwanderern die Diskrepanz zwischen ehrgeizigen Bildungszielen und Schulleistungen der Kinder ausgeprägt sei. Die Eltern neigten dazu, das Lernen und die Förderung der Schüler an die Lehrer zu delegieren. Dass Schulnoten das ausschlaggebende Auswahlkriterium für die weiterführende Schulart sind, sei ihnen oft weniger bewusst als deutschen Eltern. Weil sie nur einen geringen Einblick in den Schulalltag hätten, würden sie Bildungsziele eher auf der Grundlage allgemeiner Eindrücke formulieren, etwa, wenn ihr Kind Freude am Lernen hat. -ry

BMBF fördert soziale Öffnung

der Studienstiftung

Die Studienstiftung will sich sich weiter für Studierende aus nichtakademischen Elternhäusern und mit Migrationshintergrund öffnen. Für ein „Chancenprogramm“ habe das Bundesbildungsministerium der Stiftung jetzt zusätzlich mehr als 4,6 Millionen Euro bewilligt, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung. Ihren Auswahlprozess will die Studienstiftung zudem im kommenden Jahr erstmals extern evaluieren lassen. Im vergangenen Jahr hatte das BMBF von den Begabtenförderungswerken größere soziale Vielfalt gefordert. Nach einer Studie von 2009 hatten zwei Drittel der Stipendiaten mindestens ein Elternteil mit akademischem Hintergrund und 97 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. -ry

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