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Schimpansenmütter „trauern“ um toten Nachwuchs



Schimpansen können Stöcke als Werkzeuge benutzen, wie Kinder mit „Puppen“ spielen, lachen, schauspielern – und allem Anschein nach auch tiefe Trauer empfinden und zeigen. Darauf deuten jedenfalls neue Videoaufnahmen hin. Es wirke ergreifend und weiche ganz eindeutig vom Gebaren im Umgang mit lebenden Affenjungen ab, berichtete am Freitag ein Team des niederländischen Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik im „American Journal of Primatology“. Schon 2010 hatten britische Forscher berichtet, dass Schimpansen sich um sterbende Gruppenmitglieder kümmern und sich nur schwer vom gestorbenen Nachwuchs trennen können. Im Affenschutzgebiet Chimfunshi in Sambia beobachteten und filmten die Forscher unter Leitung von Katherine Cronin, wie eine Schimpansenmutter die Leiche ihres mit 16 Monaten gestorbenen Jungen mehr als einen Tag lang mit sich herumtrug, immer wieder auf den Boden legte und mit ihren Fingern über dessen Gesicht und Nacken strich. „Sie blieb zunächst fast eine Stunde neben der Leiche und trug sie dann zu einer Gruppe von Schimpansen und sah zu, wie diese sie untersuchten“, berichteten die Forscher. Erst am nächsten Tag habe sie die Leiche nicht mehr bei sich getragen. Bislang sei zu wenig erforscht, wie Primaten auf den Tod naher Angehöriger reagieren, was sie davon verstehen und ob sie tatsächlich trauern, sagte Cronin. dpa

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