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Fledermäuse pflegen ihre alten Freundschaften

Fledermäuse kennen ihre Freunde und Familien. Auch in sich verändernden Kolonien finden sie sich immer wieder und bilden erstaunlich stabile Gruppen. Damit ähnele ihr Sozialverhalten dem von Elefanten, Delfinen oder Menschenaffen, berichten Forscher aus Greifswald und Zürich in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society. Langfristige soziale Beziehungen seien demnach nicht von hohen kognitiven Leistungen abhängig, erläutert Gerald Kerth von der Universität Greifswald. Das Team um Kerth hatte zwei Kolonien von Bechsteinfledermäusen (Myotis bechsteinii) mit insgesamt bis zu 60 Tieren fünf Jahre lang beobachtet. Die Art lebt in großen Teilen Europas. Alle Tiere wurden mit Mikrochips markiert. Die Analyse der sozialen Netzwerke basierte damit auf 20 500 individuellen Daten. Gerade Weibchen, die bis zu 20 Jahre alt werden, spielen eine große Rolle beim Zusammenhalt der Gruppe und der ganzen Kolonie, stellten die Wissenschaftler fest. Einige Weibchen, die ihre Gruppe wechselten, taten dies stets zusammen mit ihrer Mutter oder Tochter. dpa

Nanofasern färben Pinguine blau

Bindegewebsproteine verleihen nicht nur Festigkeit. Zumindest bei Zwergpinguinen dient das Hornprotein Keratin auch zur Färbung, haben amerikanische Forscher entdeckt. Das Gefieder der Tiere enthält ganze Bündel von Keratinsträngen, in denen durch Lichtbrechung der typische blaue Farbton zustande kommt. Keratinstränge seien dafür bekannt, dass sie sich ganz von selbst zu größeren Einheiten zusammenlagerten, schreiben das Team um Matthew Sharkey im Fachblatt „Biology Letters“. Offenbar habe die Evolution beim Zwergpinguin einen Weg gefunden, diese Neigung für die Bildung effektvoller Nanostrukturen auszunutzen. Im Gegensatz zu Pflanzen können die meisten Tiere keine blauen oder grünen Pigmente bilden. Stattdessen nehmen sie diese mit der Nahrung auf oder behelfen sich mit optischen Tricks. So setzen sie auf winzige regelmäßig geformte Strukturen, die dazu führen, dass sich Lichtwellen überlagern. Dadurch werden einzelne Wellenlängen unterdrückt oder betont. Im Fall der Pinguine wird der blaue Schimmer durch feine Stränge aus Beta-Keratin an den Federspitzen hervorgerufen. JKM

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