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Zeitverträge in der Wissenschaft meistens auf ein Jahr befristet



Jeder zweite Arbeitsvertrag für wissenschaftliche Mitarbeiter wird mit einer maximalen Dauer von einem Jahr abgeschlossen. Insgesamt sind 83 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an den deutschen Hochschulen und Instituten befristet angestellt. Das sind Ergebnisse einer Evaluation des 2007 eingeführten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, die das Hochschul-Informationssystem im Auftrag des Bundesforschungsminsteriums durchgeführt hat. Das Gesetz besagt, dass Beschäftige vor und nach der Promotion jeweils maximal sechs Jahre befristet eingestellt werden dürfen. Das Gesetz löste eine entsprechende Regel des Hochschulrahmengesetzes ab. Neu bei der Einführung war, dass Forscherinnen und Forscher mit Kindern länger befristet werden dürfen, und zwar um zwei Jahre je Kind. Diese Regel habe sich „partiell“ durchgesetzt, heißt es: bei nur zwei Prozent der Verträge. Das Gesetz schuf auch eine rechtliche Grundlage für die befristete Anstellung in Drittmittelprojekten. Diese habe sich „etabliert“: Bis zu zehn Prozent der Verträge würden auf dieser Grundlage abgeschlossen. Das Gesetz habe sich „grundsätzlich bewährt“, urteilt das Ministerium. Die forschungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte, kritisiert, das Gesetz trage dazu bei, dass „die deutsche Wissenschaft Prekaritätsweltmeister ist“. Da die Laufzeiten der Verträge immer kürzer werden, gehöre das Gesetz „auf den Prüfstand“, fordert die GEW. tiw

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