NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Riffbarsche meiden

räuberische Nachbarn



Auf der Suche nach einem neuen Heim im Korallenriff schnuppern junge Riffbarsche erst mal genauer bei der Nachbarschaft rein. Wittern die dem Larvenstadium gerade entwachsenen Fische den Duft eines potenziellen Räubers, suchen sie sich lieber eine andere Bleibe, hat ein australisch-britisches Forscherduo beobachtet. Diese Strategie hilft ihnen, sich in dieser entscheidenden Lebensphase – während des Übergangs von der im freien Gewässer schwimmenden Larve zum in den Korallen lebenden Fisch – wenigstens etwas vor Räubern zu schützen. Sie meiden deren unmittelbare Nähe. Den Überlebensvorteil, den sie in Versuchen in freier Wildbahn zeigen konnten, schildern die Biologen im „Journal of the Royal Society Biology Letters“. wsa

Assyrisches Wörterbuch

nach 90 Jahren vollendet

Neun Jahrzehnte hat es gedauert, jetzt ist es raus: ein Wörterbuch, das sich mit Sprache und Schrift längst vergangener Zeiten befasst. Beim Entschlüsseln fast 5000 Jahre alter Keilschrifttafeln hilft das „Chicago Assyrian Dictionary“, erarbeitet und veröffentlicht an der Universität von Chicago. Es liefert aber auch den Hintergrund zu Geschichte, Gesellschaft und Kultur Mesopotamiens, des Zweistromlandes. Begonnen wurde das ehrgeizige Projekt im Jahr 1921. Ursprünglich sollte es sich ganz dem Assyrischen widmen, doch nahmen die Forscher dann auch das Akkadische, eine semitische Sprache, ins Blickfeld. Heute umfasst es Wörter und Textvorkommnisse aus der Zeit zwischen 2500 vor und 100 nach Christus. Insgesamt behandeln die Forscher den Gebrauch von 28 000 Wortformen. „Die Menschen jener Zeit schrieben diese Keilschrifttafeln, ohne zu ahnen, dass sie tausende Jahre später gelesen werden würden. Aber sie sprechen zu uns in einer Weise, dass ihre Erfahrungen für uns lebendig werden“, sagt Robert Biggs vom Oriental Institute Chicago. Mesopotamien bedeckte einst eine Region rund um die Flüsse Euphrat und Tigris in Vorderasien. Heute grenzen dort Syrien, der Irak und der Iran aneinander. wsa

Auch Bio-Kunststoffe

belasten die Umwelt

Mit einer Jahresproduktion von mehr als 50 Millionen Tonnen hält Polyethylen den Löwenanteil von etwa 30 Prozent aller Kunststoffe. Nach Gebrauch stellt Plastik ein Problem für die Umwelt dar. Biologisch abbaubare Kunststoffe könnten es teilweise lösen. Doch alle bisher entwickelten Ersatz-Polymere belasten gemäß einer Analyse schwedischer und indischer Forscher die Umwelt weiterhin. Ihre Studie, in der sie schärfere Standards für Biokunststoffe fordern, veröffentlichten die Forscher im Fachblatt „Environmental Science and Technology“. Diese Kunststoffe zerfallen zwar unter Sonnenlicht oder Einsatz von Enzymen schneller als klassisches Polyethylen. Doch auch wenn größere Plastikreste so aus dem Blickfeld verschwinden, bleiben kleine Partikel zurück. wsa

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