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Forscher: Xiximen in Mexiko

waren Kannibalen

Mexikanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die alte Volksgruppe der Xiximen im Norden Mexikos Menschenfleisch gegessen hat. Der Kannibalismus habe einen kultisch-kriegerischen Hintergrund, berichteten die Forscher. Die Xiximen hätten nur Mitglieder des eigenen Volkes verspeist, in der Hoffnung, sich deren Seele zu bemächtigen. Mit der Christianisierung seien die Weltanschauungen und kultischen Praktiken verschwunden, berichtete Projektleiter José Luis Punzo. Die Xiximen lebten in der Sierra Madre Occidental im heutigen nordmexikanischen Bundesstaat Durango. Sie hatten ihre zum Teil zweistöckigen Lehmhäuser in Höhlen und an schwer zugänglichen Felswänden gebaut. In der „Maguey-Höhle“ bei dem Ort Pueblo Nuevo in 2600 Meter Höhe fanden die Wissenschaftler seit 2007 Zeugnisse der Xiximen-Kultur, darunter menschliche Knochen, die gekocht worden waren und zudem Schnittspuren aufwiesen. dpa

Fresszellen räumen Babyhirne auf

Im Verlauf der kindlichen Hirnentwicklung wird ein Teil der Verbindungen zwischen den Nervenzellen nach der Geburt wieder aufgelöst. Dabei spielen Mikroglia-Zellen eine wichtige Rolle. So wie Gärtner allzu dichtes Geäst in Sträuchern auslichten, bauen diese Zellen nicht genutzte Teile des Netzwerks von Hirnzellen wieder ab. Mikroskopische Untersuchungen bei Mäusen ergaben: Wenn die Funktion der Mikroglia-Zellen beeinträchtigt ist, bleibt ein dichteres Netz von Nervenverbindungen bestehen, was die Reifung des Gehirns behindert. Das könnte eine Ursache von Autismus oder anderen Erkrankungen sein, schreiben Wissenschaftler in der Zeitschrift „Science“. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Mikroglia-Zellen für die richtigen Verbindungen im Gehirn sorgen. Sie eliminieren Synapsen, um Platz zu schaffen, damit die effektivsten Kontakte zwischen den Neuronen gestärkt werden“, sagt Cornelius Gross vom European Molecular Biology Laboratory in Monterotondo. wsa

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