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22.02.2012 00:00 Uhr

Mehr Krebsfälle in Deutschland



Während die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland weiter ansteigt, haben sich die Überlebenschancen für die Patienten deutlich verbessert. Vor 1980 seien zwei Drittel der Erkrankten an Krebs gestorben, inzwischen sei es weniger als die Hälfte, sagte der Leiter des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut (RKI) Berlin, Klaus Kraywinkel, am Dienstag vor dem 30. Deutschen Krebskongress im Berliner ICC. Durch verbesserte Therapien geht die Sterberate laut RKI seit 1999 zurück. Dagegen nimmt die Zahl der Krebserkrankungen bundesweit weiter zu.

Für 2012 sei mit 490 000 Neuerkrankungen zu rechnen, sagte Kraywinkel. 2008 seien jüngsten Auswertungen zufolge 470 000 Menschen neu an Krebs erkrankt, 70 000 bis 80 000 Patienten mehr als zehn Jahre zuvor. Der Hauptgrund für den Anstieg der Neuerkrankungen ist laut RKI die demografische Entwicklung. Die meisten Fälle treten im Alter auf. Zudem seien durch die Einführung des Mammographie-Screenings zur Brustkrebsfrüherkennung mehr Erkrankungen erkannt worden. Gleiches gelte für die Früherkennung von Hautkrebs, sagte Kraywinkel. Frauen erkrankten 2008 wie in den Jahren zuvor am häufigsten an Brustkrebs. Bei den Männern ist Prostatakrebs der häufigste Tumor. Der Krebskongress von Mittwoch bis Samstag in Berlin steht unter dem Motto „Qualität sichern, Forschung fo(e)rdern“. Schwerpunkt ist das Umsetzen des 2008 vorgestellten „Nationalen Krebsplans“. Auf der Tagung wollen die Experten über die Umsetzung und Forderungen an die Politik diskutieren. An diesem Sonnabend findet im ICC wieder ein Aktionstag statt, bei dem sich Betroffene und Interessierte informieren können. Der Eintritt ist frei, mehr unter www.dkk2012.de. dapd

Museum sucht gefälschte Westjeans

„Westjeans“ aus DDR-Produktion waren wahre Kunststücke – und liegen heute womöglich im Altkleidersack. Jetzt interessiert sich ein Museum für die Hosen und Jacken, die einst von vietnamesischen Vertragsarbeiterinnen von Hand genäht und unter der Hand an DDR-Bürger verkauft wurden. Zeigen will diese täuschend echt gefälschten Kleidungsstücke das Auswandererhaus Bremerhaven in seiner neuen Ausstellung zur Einwanderung nach Deutschland. Darin wird auch der Lebensweg einer DDR-Vertragsarbeiterin aus Vietnam nachgezeichnet. Wer eine handgenähte Jeans spenden möchte, kann unter der Telefonnummer 0471- 90220262 Kontakt mit dem Museum aufnehmen. -ry

Informationen im Internet:

www.dah-bremerhaven.de/german/german.html

Heinz Sielmann Stiftung

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