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Pop-Musik klingt immer trauriger



She loves you, yeah, yeah, yeah! Was bei den Beatles 1963 noch berauschend simpel und fröhlich klang, müsste sich heute als Welterfolg vielleicht anders anhören. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FU) haben herausgefunden, dass die erfolgreichsten Pop-Hits in den vergangenen 50 Jahren immer trauriger und vielschichtiger geworden sind, zumindest, wenn es um Tonart und Tempo geht. Dafür haben sie rund 1000 Popsongs aus den US-Charts der Jahre 1965 bis 2009 ausgewertet. Ein Ergebnis: Der Anteil der Hits in fröhlichem Dur hat sich bis heute etwa halbiert auf 42 Prozent. Die Wissenschaftler schauten sich auch die Texte an. Bei den Personalpronomen stellten sie fest, dass seit den 80er Jahren häufiger „ich“ als „wir“ in Hit-Texten vorkommt und mehr Wörter wie „Hass“. Der FU-Soziologe Christian von Scheve vermutet soziale Veränderungen als Ursache für gemischtere Gefühle, die Popsongs transportieren. „Emotionen werden heute anders wertgeschätzt, auch in ihrer Widersprüchlichkeit“, sagt der Forscher. dpa

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