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Ein Schrittmacher gegen

gefährliches Schnarchen

Zehn Jahre lang ärgerte sich der 59-Jährige im Schlaf mit etwa 20 Atemstillständen pro Stunde herum, versuchte es immer wieder mit derzeit erhältlichen Therapien wie einer Atemmaske. Doch Schnarchen und Schlafapnoe blieben. Im Mai 2012 bekam er nun von HNO-Ärzten der Charité einen streichholzschachtelgroßen Schrittmacher gegen das Schnarchen unterhalb seines Schlüsselbeins eingesetzt. Mit Erfolg, wie seine Ärzte kürzlich in der Nachkontrolle feststellten. Sobald es abends per Fernbedienung eingeschaltet wird, misst das Gerät über ein Kabel die Bewegungen des Zwerchfells und überwacht somit die Atmung. Bei jedem Einatmen wird über ein zweites Kabel ein elektrischer Impuls an den Hypoglossus-Nerv unter der Zunge gesendet. Wird er stimuliert, kann der Zungenmuskel nicht erschlaffen. Die Luftröhre bleibt frei. Fünf Jahre lang, dann sind die Batterien alle.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Alexander Blau vom schlafmedizinischen Zentrum der Charité, Campus Mitte. Etwa 15 weitere Berliner Patienten sollen für eine vom Hersteller Apnex finanzierte Studie folgen; weltweit sind es etwa 100. Drei verschiedene Hersteller konkurrieren um den Schnarcher-Markt. Wer sich außerhalb von Studien für so ein Gerät interessiert, muss 15 000 bis 20 000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Wie bei einem Herzschrittmacher kann die Implantation zu Blutungen und Infektionen führen. Eventuell kann die Stimulation auch Nerven reizen oder schädigen. jas

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