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Hormonelles Erwachen im Tiefschlaf



Während ein älteres Kind schläft wie ein Stein, kann sich in seinem Körper eine Revolution anbahnen. Das haben amerikanische Forscherinnen ermittelt. Die ersten Hormonschübe, die den Übergang in die Pubertät einleiten, erfolgen demnach überwiegend in besonders tiefem Schlaf. Umso wichtiger sei es für Jugendliche, ausreichend und ungestört schlafen zu können, vermutet Natalie Shaw von der Harvard-Universität in Boston. „Falls die Teile des Gehirns, die das Fortpflanzungssystem aktivieren, auf Schlaf angewiesen sind, könnten Schlafmangel oder Schlafstörungen die normale Reifung in der Pubertät beeinträchtigen“, berichtet die Medizinerin. Die Pubertät setzt ein, wenn das Gehirn das Luteinisierende Hormon und weitere Hormone ins Blut ausschüttet, die dann wiederum Eierstöcke oder Hoden erwecken und zur Produktion von Geschlechtshormonen veranlassen. Frühere Studien hatten bereits Hinweise darauf geliefert, dass die ersten Hormonschübe im Schlaf erfolgen. Shaw ging den Hinweisen nach, indem sie die Gehirn- und Muskelaktivität von neun Kindern im Alter von 9 bis 16 Jahren im Schlaflabor überwachten. Außerdem zapfte Shaw den Schläfern etwas Blut ab. In 15 Nächten registrierte sie 58 Hormonschübe, bei denen die Konzentration des Luteinisierenden Hormons jäh stieg. Von diesen Schüben fanden 30 in der Phase tiefsten Schlafs statt, berichten Shaw und Kolleginnen im „Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism“. JKM

Brustkrebs-Variante: Nicht so aggressiv, aber ausdauernd

Auch zehn Jahre nach der Diagnose können Brustkrebspatientinnen nicht völlig aufatmen – selbst wenn sie zu den mehr als 40 Prozent gehören, bei denen eine wenig aggressive Krebsvariante mit guter Prognose festgestellt wurde (Luminal-A). Forscher des staatlich geförderten amerikanischen Versicherungsanbieters „Kaiser Permanente“ verfolgten 21 Jahre lang das Schicksal von fast 1000 Brustkrebspatientinnen in Kalifornien. Ihre im Fachjournal „Cancer Epidemiology“ veröffentlichte Studie zeigte, dass diese Patientinnen zwar insgesamt halb so häufig an dem Krebs sterben wie solche mit anderen molekularen Subtypen. Dafür kann sie die Krankheit selbst zehn Jahre nach der Diagnose noch einholen. „Sie könnten von einer längeren Behandlung profitieren“, sagt Kaiser-Forscherin Reina Haque. „So könnten ihre Chancen auf ein Langzeitüberleben steigen.“jas

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