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Eines der ältesten Meeresreptilien

stammt vermutlich aus Europa

Der Schädel ist nur zwei Zentimeter groß, aber 246 Millionen Jahre alt. Er gehörte zu einem Jungtier der Art Palatodonta bleekeri, schreiben Forscher der Universitäten Zürich und Bonn im Fachblatt „Nature Communications“. Diese zählt zu den Pflasterzahnsauriern. Bisher dachte man, dass sie ihren Ursprung in China haben. Doch das neue Fundstück wurde im niederländischen Winterswijk entdeckt und gehört zur ursprünglichsten Form aller Pflasterzahnsaurier. Damit könnte eines der ältesten Meeresreptilien aus dem heutigen Europa stammen. „Das Exemplar hat im Unterschied zu allem bisher Bekannten keine plattenförmigen oder kugeligen Knackzähne, sondern eher kegelförmige, spitze Zähne“, sagt der Züricher Paläontologe Torsten Scheyer. Die namengebenden plattenförmigen Zähne träten hingegen erst bei den späteren, voll entwickelten Pflasterzahnsauriern auf. dpa

Käfernamen aus dem

Telefonbuch von Papua-Neuguinea

Mit einem DNS-Schnelltest haben deutsche Forscher 101 neue Rüsselkäfer aus dem Regenwald in Papua-Neuguinea bestimmt. Diese Methode sei fünfmal schneller als das traditionelle Vorgehen, schreiben sie in den Fachblättern „ZooKeys“ und „Frontiers in Zoology“. Es sei Eile geboten, sagen Alexander Riedel vom Naturkundemuseum Karlsruhe und Michael Balke von der Zoologischen Staatssammlung München. Viele der neuen Käferarten seien wegen der Abholzung des Regenwaldes vom Aussterben bedroht. Bei der Namensgebung beschritten die Insektenforscher einen ungewöhnlichen Weg: Um landestypische Bezeichnungen für die Käfer zu finden, griffen sie zum Telefonbuch. „Viele der neuen Arten wurden nach Familien aus den Gelben Seiten Papuas benannt“, sagt Riedel. Ein Beispiel sei Trigonopterus moreaorum – die Bezeichnung beruht auf dem Familiennamen „Morea“.dpa

Rangeln, jagen, beißen:

Vom Spiel zur Rangordnung

Wie junge Murmeltiere in freier Wildbahn beim Rangeln mit Artgenossen abschneiden, sagt viel darüber aus, wie dominant sie als Erwachsene sein werden, beobachteten Daniel Blumstein von der Universität von Kalifornien in Los Angeles und seine Kollegen. Diejenigen, die im Spiel überlegen sind, stehen später auch höher in der Rangordnung, berichten sie im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences“. Da Spielen Zeit und Energie kostet und durchaus Risiken birgt, gehen Biologen davon aus, dass es mehr als nur bloßer Zeitvertreib ohne Sinn und Zweck ist. „Spielen hat möglicherweise vielfältige Funktionen“, schreiben sie. Unter anderem könnte soziales Spiel eine relativ kostengünstige Möglichkeit sein, Dominanzbeziehungen zu entwickeln. Die körperliche Verfassung spielte dabei keine Rolle. Mit der Zeit ließ der Effekt allerdings nach. wsa

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