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Waffen aus Hai-Zähnen belegen

frühere Artenvielfalt im Korallenriff

Im 19. Jahrhundert zogen zwei Hai-Arten mehr als heute um die Riffe vor den pazifischen Gilbertinseln. Das ergab eine Analyse von mehr als 120 Waffen aus Hai-Zähnen, schreiben Joshua Drew von der Columbia-Universität in New York und seine Kollegen vom Field-Naturkundemuseum im Fachmagazin „Plos One“.

Die Haie wurden vermutlich durch die Jagd ausgerottet. Sie wurden gefischt, spielten aber auch in der Kultur der Inselbewohner eine bedeutende Rolle und waren Bestandteil vieler Riten und Zeremonien. Aus den Hai-Zähnen zum Beispiel fertigten die Bewohner Waffen wie Schwerter, Dolche oder Speere. Dazu bohrten sie kleine Löcher in einzelne Zähne, die sie mit Kokosnussfasern oder auch menschlichen Haaren an kleinen Holzstücken befestigten. Diese wurden am Schaft der Waffe angebracht.

Heute ermöglichen die Waffen einen Blick auf eine verlorene Artenvielfalt. Wer die vielfältige Pracht der Korallenriffe wiederherstellen will, muss zunächst wissen, wie die Tierwelt früher an dem gesunden Riff ausgesehen hat, betonen die Forscher. dpa

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