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Widerstand gegen Reform der Russischen Akademie



Die geplante Reform der Russischen Akademie der Wissenschaften stößt auf Widerstand. Russische und internationale Wissenschaftler sorgen sich um den Bestand einer unabhängigen Wissenschaft. Am Mittwoch behandelte das Parlament, die Staatsduma, in erster Lesung einen Gesetzentwurf der Regierung zur Reform der fast 300 Jahre alten Institution.

Vergangene Woche hatte die Regierung einen Gesetzentwurf zur Neugestaltung der Akademie gebilligt. Demnach soll anstatt von drei Institutionen (Russische Akademie der Wissenschaften, Akademie der medizinischen Wissenschaften, Russische Akademie der Landwirtschaftswissenschaften) eine Organisation gebildet werden. Russische Wissenschaftler fürchten nicht nur den Verlust der wissenschaftlichen Unabhängigkeit, sondern auch Arbeitslosigkeit. „Wir werden nicht alle übernommen. Dabei sind Wissenschaftler besondere Menschen, die man nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf die Straße stellen darf“, zitiert die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ die Akademiemitarbeiterin Oksana Dmitrieva. Die Akademie wurde 1724 von Zar Peter I. gegründet und gilt heute als die ranghöchste Forschungseinrichtung Russlands. Zahlreiche Persönlichkeiten haben dort geforscht. Auch der frühere russische Staatspräsident und heutige Ministerpräsident Dmitri Medwedew arbeitete an der Akademie, nämlich als Jurist. KNA

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