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Heimliche Vielfalt: Neue Fledermausarten entdeckt



Gleich 5 neue Arten von Fledermäusen haben tschechische und englische Forscherinnen im Senegal entdeckt. Die Neulinge sind rein äußerlich kaum von bekannten Arten in anderen Regionen Afrikas zu unterscheiden. In ihrem Erbgut finden sich jedoch Unterschiede in einem Maß, das weit über die übliche Variationsbreite innerhalb einer Spezies hinausgeht. „Diese Entdeckung bestätigt die Ansicht, dass Westafrika einen unterschätzten biogeografischen Brennpunkt darstellt und dass es dort noch weitere Spezies zu entdecken gibt“, erklärt Nancy Irwin von der Universität im englischen York. Die Gruppe um Irwin und ihre Kollegin Darina Koubínová von der Karls-Universität Prag stellt ihre Resultate im Fachblatt „Frontiers in Zoology“ vor. Die Forscherinnen untersuchten 231 Fledermäuse aus der großen Familie der Glattnasen, die sie im Senegal gefangen hatten. Überwiegend aus dem Nationalpark Niokolo-Koba stammend, ließen sich die Tiere anhand ihres Körperbaus 10 bekannten Spezies zuordnen. Als die Forscherinnen jedoch die Sequenzen von 8 Genen bestimmten und zudem die Chromosomen im Zellkern betrachteten, änderte sich das Bild. Bei 5 Spezies unterscheiden sich die Erbgut-Sequenzen der senegalesischen Fledermäuse um bis zu 13 Prozent von den Sequenzen vermeintlicher Artgenossen in Kenia, Tansania und Südafrika. Die typische Variationsbreite innerhalb einer Art beträgt dagegen weniger als 2 Prozent. JKM

Alzheimer-Krankheit:

Gestörte Müllabfuhr im Hirn

Im Hirngewebe patrouillieren ständig spezielle Immunzellen, um defekte Proteine, Reste abgestorbener Zellen und andere Ablagerungen aufzuspüren. Diese Mikrogliazellen erkennen Zell-Müll, nehmen ihn auf und bauen ihn ab. Bei Alzheimer-Patienten ist dieser Prozess der Phagozytose gestört, berichten amerikanische Forscher im Fachblatt „Neuron“. Das könnte dazu beitragen, dass auch Ablagerungen von Beta-Amyloid nicht mehr verhindert werden können. Die krankheitstypische Anhäufung dieses Eiweißstoffs ist für das Absterben von Nervenzellen ursächlich. Möglicherweise ließe sich das Fortschreiten der Alzheimer-Demenz verlangsamen, wenn die gestörte Funktion der Mikrogliazellen wiederhergestellt würde. „Wenn die Mikrogliazellen den zellulären Müll im Gehirn nicht vollständig beseitigen, kann er Entzündungen auslösen und Nervenzellen schädigen“, sagt Tony Wyss-Coray von der Universität Stanford. In welchem Maß Mikrogliazellen auch daran beteiligt sind, Beta-Amyloid-Ablagerungen zu verhindern, ist noch nicht geklärt. wsa

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