Wissen : NACHRICHTEN

Ötzis letztes Mahl

Rund 5000 Jahre nach seinem Tod stellt Ötzis Mageninhalt die Forscher vor ein Rätsel: Sechs verschiedene Moosarten haben Wissenschaftler von der Universität Glasgow im Bauch des Südtiroler Gletschermanns nachweisen können. Überraschend ist der Fund deshalb, weil Moos weder genießbar ist noch einen Nährwert hat, schreiben die Forscher um James Dickson im Fachblatt „Vegetation History and Archaeobotany“. Daher müssen die Pflanzen einem anderen Zweck gedient haben, etwa einer medizinischen Behandlung oder dem Verpacken von Nahrung. Eine der Moosarten ist in der Region, in der Ötzi 1991 entdeckt wurde, gar nicht bekannt. Daraus schließen die Forscher, dass sich der Mann auf einer längeren Reise befunden hat. lwi

Schädliche Gartenameise breitet sich in Europa aus

Eine aggressive Ameisenart breitet sich derzeit rasch in Europa aus. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Gartenameise Lasius neglectus weitere Gärten und Parks in Deutschland, England und Skandinavien befällt und dort Schäden anrichtet, berichtet Sylvia Cremer von der Universität Regensburg im Fachjournal „Plos One“. Die Ameisenart war erstmals 1990 in Ungarn entdeckt worden. Sie habe sich aus Arten am Schwarzen Meer abgeleitet. Mittlerweile seien etliche weitere Ameisenpopulationen an mehr als 100 Stellen in ganz Europa aufgetaucht. In Deutschland fanden sich diese Ameisen zum ersten Mal vor acht Jahren in Jena. Die Tiere bevorzugen Parks und Gärten und rotten andere Ameisenkolonien aus. dpa

Erstmals Stammzellgewebe

ins Gehirn implantiert

Am International Neuroscience Institute in Hannover ist es Medizinern nach eigenen Angaben erstmals gelungen, einem Patienten Stammzellmaterial in das Gehirn einzupflanzen. Die Stammzellen aus dem Knochenmark waren vorher gentechnisch so verändert worden, dass sie geschädigte Hirnareale durch die Produktion bestimmter Wirkstoffe wiederherstellen können. Der so behandelte 49-jährige Patient hatte nach einem Schlaganfall Gehirnblutungen und litt unter Lähmungen und Taubheitsgefühl. Eine Woche nach dem Eingriff verbesserte sich seine Situation eigenen Angaben zufolge um gefühlte „95 Prozent“. ddp

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