Wissen : NACHRICHTEN

Russische Lehrer gegen Religionsunterricht

Russische Lehrer fordern von Präsident und Regierung, auf die Einführung von Religions- und Ethikunterricht zu verzichten. Außerdem müsse der Kurs in der Bildungspolitik grundsätzlich korrigiert werden, heißt es in einer jetzt im Internet veröffentlichten Resolution des ersten „Allrussischen Pädagogikforums“ in Sankt Petersburg. Die von Präsident Dmitri Medwedew angekündigte Einführung von Religions- und Ethikunterricht sei verfassungswidrig und kurzsichtig. Derartige Entscheidungen dürften nicht auf Amtskorridoren getroffen werden, es müsse vielmehr eine gründliche Diskussion unter Fachleuten geben. Das „ökonomische Modell“ in der Bildungspolitik habe zwar die Kosten im Bildungswesen gesenkt, aber die Bildungschancen für alle vermindert, kritisieren die Lehrer weiter. In kleineren Städten und Dörfern nehme die Zahl der Schulen drastisch ab. epd

Merkel will Bildung stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auf verstärkte Anstrengungen im Bildungsbereich. „Das Thema Bildung ist ein zentrales Thema für das nächste Jahrzehnt“, sagte Merkel jetzt in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Ein konkretes Ziel sei es, die Zahl der Schulabbrecher zu halbieren. Merkel verwies auf die im vergangenen Jahr mit den Ministerpräsidenten getroffene Vereinbarung, den Anteil der Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Wie berichtet, dringt die SPD ebenfalls auf zusätzliche Investitionen im Bildungsbereich. Nach dem am Donnerstag auf einem Kongress in Kiel beschlossenen bildungspolitischen Konzept der Sozialdemokraten sollen künftig sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts allein in den Bildungssektor fließen, also ohne die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. AFP

Wer sich verirrt, läuft im Kreis

Wer sich in der Wüste verirrt, läuft tatsächlich oft im Kreis. Das belegen Versuche Tübinger Forscher. Auch in anderen gleichförmigen Gegenden kommen Menschen häufig vom geraden Weg ab. „Die Geschichten über Menschen, die sich verirrt haben und schließlich im Kreis laufen, stimmen wirklich“, sagt Jan Souman vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, dessen Gruppe ihre Versuche im Journal „Current Biology“ vorstellt. „Menschen schaffen es nicht, eine gerade Linie einzuhalten, wenn ihnen Referenzpunkte wie Gebäude, Berge, Sonne oder Mond fehlen.“ Die Forschergruppe vermutet, dass die Ursache in einer Störung des sensomotorischen Systems liegt. Es regelt das Zusammenspiel von Wahrnehmungen und Bewegungsabläufen. Für ihre Studie ließen die Wissenschaftler sechs Teilnehmer durch einen Wald in Deutschland marschieren, drei Probanden quälten sich mehrere Stunden durch die Sahara-Wüste.dpa

Nanopartikel können lungenkrank machen

Nanopartikel in Farben können bei Menschen schwere Lungenkrankheiten bis hin zum Ausfall des Organs verursachen. Zu diesem Schluss kommen chinesische Forscher in einer Studie, die im „European Respiratory Journal“ (Bd. 34, S. 559) veröffentlicht wurde. Gerade vor dem Hintergrund, dass Nanotechnologie ein Wachstumsmarkt sei, müsse mehr auf die Risiken der Partikel geachtet werden. Die Forscher hatten 2007 und 2008 eine Gruppe von 18 bis 47 Jahre alten Arbeiterinnen untersucht. Diese hatten eine Maschine gesteuert, die weiße Polyacrylatfarbe auf Kunststoffplatten sprühte. Die zuvor gesunden Frauen hatten nach 5 bis 13 Monaten Arbeit über massive Lungenprobleme geklagt. Die Studie zeigte, dass alle Arbeiterinnen unter einer Lungenfibrose litten. dpa

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