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Stinktiere verschrecken sogar Bären

Wenn sich Stinktiere Respekt verschaffen, tun sie das mit Nachdruck. Die US-Biologin Jennifer Hunter hat jetzt herausgefunden, dass selbst deutlich größere Raubtiere einen weiten Bogen um die wehrhaften Allesfresser machen. Dazu braucht es nicht einmal die auffällige schwarz-weiße Fellzeichnung, schon die Silhouette mit dem buschigen Schwanz genügt als Warnsignal. Kojoten, Luchse, Pumas und sogar Bären gehen entsprechend präparierten Stinktiermodellen nach Möglichkeit aus dem Weg, beobachtete die Forscherin von der Universität von Kalifornien in Davis. Das gilt allerdings nicht in Gebieten, in denen normalerweise keine Stinktiere vorkommen. Der Abschreckungseffekt beruhe also auf dem Wachrufen unangenehmer Erinnerungen an frühere Begegnungen, schreibt sie im Fachblatt „Behavioral Ecology“. In Gebieten, in denen keine Streifenskunks leben, kamen verschiedene Raubtiere an die Modelle heran, untersuchten sie ausgiebig und versuchten mitunter sogar sie wegzuschleppen. In Gegenden, in denen Stinktiere heimisch sind, blieben dagegen selbst die umgefärbten Stinktierattrappen vergleichsweise unbehelligt. Angesichts dieser Resultate stelle sich die Frage, welche Fressfeinde Stinktiere überhaupt fürchten müssen, sagt die Wissenschaftlerin. Zwar werden Skunks mitunter von Greifvögeln geschlagen. Nach Ansicht Hunters dürfte ihre Vermehrung aber hauptsächlich durch Krankheiten sowie durch das Angebot an Nahrung begrenzt werden – Faktoren, die letztlich wiederum von der Zahl der Stinktiere abhängen. JKM

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