Wissen : NACHRICHTEN

„Wir“-Sager leben harmonischer

in ihrer Beziehung

In den westlichen Industrienationen werden Paare, die ständig von „wir“ sprechen, gern belächelt. Die haben ihre Individualität aufgegeben, heißt es dann oft. Doch jetzt hat ein Forscherteam herausgefunden, dass Menschen, die ihren Lebenspartner in ihre Sprache meistens einbeziehen und „wir“ sagen, offenbar besser mit Konflikten in der Partnerschaft umgehen können als Paare, in der jeder „ich“ sagt. Die Forscher analysierten, wie sie in der Fachzeitschrift „Psychology and Aging“ beschreiben, die Unterhaltungen von mehr als 150 Paaren. „Individualität ist ein tief verankerter Wert in der amerikanischen Gesellschaft, aber zumindest im Bereich der Ehe ist es wertvoll genug, Teil eines ,Wir’ zu sein, um ein bisschen vom ,Ich’ aufzugeben“, erklärt Robert Levenson von der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Levenson und sein Kollege Benjamin Seider hatten 154 Paare mittleren Alters bei deren Gesprächen über Meinungsverschiedenheiten in der Ehe beobachtet. Dabei haben sie darauf geachtet, ob die jeweiligen Partner häufiger „ich“ oder häufiger „wir“ sagen. Es zeigte sich, dass die Ehen, in denen die Partner dazu neigen, „ich“ statt „wir“ zu sagen, stärker „gestresst“ waren. Paare, in denen beide Partner sich als ein „Wir“ fühlen und dies sprachlich zum Ausdruck bringen, gehen entspannter miteinander um. Sie sind auch einander mehr zugewandt.wsa

Serotoninblocker gegen Osteoporose

Der Botenstoff Serotonin beeinflusst die Stimmung und reguliert Körperfunktionen im zentralen Nervensystem. Weniger bekannt ist, dass Serotonin in weit größeren Mengen im Darm entsteht und hemmend auf die Knochenbildung wirkt. Jetzt ist es amerikanischen Forschern im Tierversuch gelungen, durch Blockade der Serotoninproduktion im Darm die Entwicklung einer Osteoporose zu verhindern. Der neue Wirkstoff lässt sich in Tablettenform verabreichen und beeinflusst den Serotoninspiegel im Gehirn nicht. Wenn sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, könnte eine völlig neue Klasse von Osteoporosemedikamenten entwickelt werden, schreiben die Mediziner im Fachjournal „Nature Medicine“. wsa

Mögliches Alterungs-Gen entdeckt

Britische und niederländische Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das eine Schlüsselrolle beim Älterwerden spielen könnte. Die Forscher stießen auf das Gen, als sie die Beziehung zwischen bestimmten Krankheiten und der Alterung des Erbguts untersuchten, wie sie im Fachjournal „Nature Genetics“ (online vorab) berichten. Es gebe Hinweise, dass das Risiko altersbedingter Krankheiten wie Herzerkrankungen oder mancher Krebsarten enger mit diesem Chromosomen-Alter als mit dem tatsächlichen in Verbindung stünden. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben