Wissen : NACHRICHTEN

Wie Contergan wirkt

Thalidomid, der Wirkstoff in Contergan, hat traurige Berühmtheit als Ursache für Fehlbildungen erlangt. Jetzt haben japanische Forscher herausgefunden, auf welche Weise Thalidomid die Fehlbildungen hervorruft. Wie Takumi Ito und Kollegen vom Institut für Technologie in Tokio im Fachblatt „Science“ berichten, bindet der Wirkstoff in Tierversuchen an das körpereigene Eiweiß Cereblon und blockiert es so. Da Cereblon für die Entwicklung von Gliedmaßen im Embryo von entscheidender Bedeutung ist, führt diese Blockade vermutlich zu den Fehlbildungen. Thalidomid wird wieder eingesetzt, um schwere Lepra und Knochenmarkkrebs zu behandeln. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler können zu neuen Wirkstoffen führen, die nicht mit den Nachteilen von Thalidomid behaftet sind. wez

Weltklimarat wird kontrolliert

Nach Kritik am Weltklimarat IPCC wird die Arbeit des Gremiums jetzt überprüft. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dazu am Mittwoch (Ortszeit) den Inter Academy Council (IAC) engagiert. „Er wird alle Maßnahmen völlig unabhängig von den Vereinten Nationen kontrollieren“, sagte Ban. Dem IAC mit Sitz in Amsterdam gehören unter anderem die Präsidenten von 15 internationalen Akademien der Wissenschaften an. Der Weltklimarat wurde 1988 von den Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie gegründet. Das Gremium, das 2007 den Friedensnobelpreis bekam, soll die Risiken des Klimawandels beurteilen und die Regierungen der Welt beraten. Zuletzt war aber Kritik am IPCC laut geworden, weil im Report von 2007 Fehler entdeckt worden waren. dpa

Eltern vererben weniger Mutationen

als gedacht

Eltern vererben einer Studie zufolge deutlich weniger Genmutationen an ihre Kinder als bislang angenommen. Für ihre Untersuchung, die vom Fachmagazin „Science“ online vorab veröffentlicht wurde, entzifferten Forscher der Universität von Utah erstmals das komplette Erbgut eines Elternpaars und ihrer Kinder. Die Auswertung führte die Forscher zu dem Schluss, dass jedes Elternteil etwa 30 Mutationen an die Kinder weitergibt, insgesamt also 60. In bisherigen Untersuchung war von 75 vererbten Mutationen pro Elternteil ausgegangen worden. Genmutationen können Erbkrankheiten auslösen. Die meisten Mutationen bleiben aber völlig folgenlos. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben