Nachruf : Michael Zick

Michael Zick.
Michael Zick.Foto: privat

Michael Zick, der Autor dieses Artikels über die kretischen Fresken, ist am 29. November mit 70 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Als wir die Geschichte über die Ausbreitung der kretischen Kultur verabredeten, wussten wir nicht, dass es die letzte sein würde, die der leidenschaftliche Archäologie-Kenner für den Tagesspiegel schreiben würde. Sein Tod kam völlig überraschend. Er bereitete gerade eine Reise nach Südamerika vor.

Als Autor des Tagesspiegels schrieb Zick regelmäßig große Beiträge etwa über die Inkas oder den Streit der Forscher um Troja. Stets zeichnete seine Artikel nicht nur souveränes und umfassendes Wissen aus, sondern auch ihre lebendige und leserfreundliche, mitunter verschmitzt-humorvolle Darstellung. Ob es um die Kultur der Ägypter oder das alte Peru ging: Er vermittelte einem immer das Gefühl, dabei zu sein. Komplizierte wissenschaftliche Zusammenhänge übersetzte Zick so, dass sie allgemeinverständlich wurden und sich in ein zusammenhängendes Bild fügten.

Michael Zick wurde 1941 in Berlin geboren. Nach journalistischen Stationen unter anderem bei der Heidelberger „Rhein-Neckar-Zeitung“ und dem Stuttgarter „Spiegel“-Büro verbrachte er den größten Teil seines Berufslebens bei der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“, wo er von 1973 bis 2004 Redakteur und Chef vom Dienst war. Seine direkte und freundliche Art behielt er auch im Schwabenland bei. Zick prägte jahrzehntelang den Stil des Wissenschaftsmagazins: fundiert, gründlich recherchiert und interessant erzählend.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion von „Bild der Wissenschaft“ mit 63 Jahren schrieb er weiter, etwa für den Tagesspiegel. Zwei viel beachtete Bücher veröffentlichte er im Theiss-Verlag: „Die rätselhaften Vorfahren der Inka“ und „Türkei, Wege in die Zivilisation“. (Tsp)

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