Nachwuchsmangel : Professuren an Fachhochschulen oft schwer besetzbar

Nur für die Hälfte der Professuren findet sich schon nach der ersten Ausschreibung eine Lösung. In Berlin ist der Mangel noch weniger stark zu spüren

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Berlins Fachhochschulen - im Bild die Hochschule für Wirtschaft und Technik - können nach der ersten Ausschreibung noch über 60 Prozent der Professuren sofort besetzen.
Berlins Fachhochschulen - im Bild die Hochschule für Wirtschaft und Technik - können nach der ersten Ausschreibung noch über 60...Foto: promo/Rentsch


Fachhochschulen haben gerade in etwas abgelegeneren Regionen oft Schwierigkeiten, ihre Professuren zu besetzen. Nach der ersten Ausschreibungsrunde werden bundesweit im Schnitt nur gut die Hälfte der Professuren vergeben. Jede sechste Professur bleibt letztlich auch nach mehreren Bewerbungsrunden unbesetzt, wie eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zeigt. Sie beruht auf Daten von 41 Hochschulen.
Oft mangele es an Bewerbern, heißt es in der Studie. Dies gelte insbesondere für die Ingenieurwissenschaften, wo auf eine Ausschreibung im Schnitt 18 Bewerbungen kommen, und im Gesundheitswesen (16 Bewerbungen). Während es bei Ingenieuren eine starke Konkurrenz zur Wirtschaft gebe, fehlten für die noch nicht so lange akademisierten Gesundheitsfachberufe oft noch Promotionsmöglichkeiten. Viele Bewerber erfüllen zudem nicht die formalen Voraussetzungen (fachübergreifend 29 Prozent). Mal fehlt ein Doktortitel oder umgekehrt die ebenfalls nötige Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule.

FH-Präsident Zaby will, dass der Karriereweg bekannter und attraktiver wird

In Berlin sieht die Lage noch vergleichsweise gut aus: Hier werden 65 Prozent der Stellen nach der ersten Ausschreibung besetzt. Bessere Werte haben nur Sachsen (83 Prozent), Rheinland-Pfalz (81 Prozent) und Brandenburg (75 Prozent). Besonders schwer tun sich hingegen FHs in Mecklenburg-Vorpommern (42 Prozent) und Baden-Württemberg (48 Prozent).
Dennoch sind auch in Berlin die Bewerbungszahlen auf offene FH-Professuren rückläufig, wie Andreas Zaby sagt, Präsident der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht und Vorsitzender des Fachhochschulverbandes UAS7. Das dürfe aber nicht zu einer Absenkung der Anforderungen verleiten: „Stattdessen müssen wir den Karriereweg FH-Professur bekannter machen und attraktiver ausgestalten.“

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