Naturgewalten : Deutschland auf UN-Katastrophenskala weit hinten

Wer Naturkatastrophen entgehen will, sollte Vanuatu meiden. Auch die Niederlande sind nicht ganz risikolos, wie eine aktuelle Untersuchung der Uno ergibt. Doch wie verheerend ein Naturereignis wirkt, hängt nicht nur vom Ausmaß ab.

Im Pazifik-Staat Vanuatu ist die Gefahr einer Naturkatastrophe einer neuen Untersuchung zufolge weltweit am größten. Bei der Berechnung des Risikowertes für 173 Staaten liegt die Insel mit 32 Prozent auf Platz 1, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Weltrisikobericht 2011 der Universität der Vereinten Nationen in Bonn hervorgeht.

Deutschland liegt mit 2,96 Prozent auf Rang 150. Mit einem Wert von 0,72 und 0,02 Prozent ist das Katastrophenrisiko dagegen in Malta und Katar am geringsten.

"Extreme Naturereignisse müssen nicht unbedingt zu Katastrophen werden, denn das Risiko hängt nicht allein von der Gefährdung ab, sondern wird ganz wesentlich durch soziale und wirtschaftliche Faktoren bestimmt", sagte der Geschäftsführer des Bündnisses Entwicklung Hilft, Peter Mucke. Das Bündnis hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben. Mit ihrer Hilfe könnten Gefahren besser erkannt und damit politische Forderungen in den betroffenen Ländern sowie in Geberländern gestellt werden.

Ein Katastrophenrisiko sei sowohl auf die Gefährdung durch Naturgefahren und den Klimawandel als auch auf die gesellschaftliche Verwundbarkeit zurückzuführen, hieß es. Katastrophen seien damit nicht nur allein das Ergebnis meteorologischer oder geologischer Phänomene, sondern auch sozialer Strukturen.

Während beispielsweise die Niederlande und Ungarn dem Bericht zufolge einer relativ hohen Gefährdung ausgesetzt sind, stehen sie zugleich wegen ihrer sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Situation in der Liste vergleichsweise besser da.

Auch die Erdbeben von Haiti und Japan belegen den Wissenschaftlern zufolge diesen Zusammenhang. Während bei einer Erdbebenstärke von 9,0 in Japan etwa 25.000 Menschen ums Leben kamen, starben in Haiti etwa 220.000 Menschen bei einem schwächeren Erbeben der Stärke 7,0. Die geringere Opferzahl in Japan sei auf bessere Bewältigungs- und Anpassungskapazitäten, beispielsweise im Baurecht, zurückzuführen. (AFP)

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