Neil Armstrongs Spuren : Der Traum vom Mond

26.08.2012 21:10 Uhrvon
Spuren im Sand. Fußabdruck eines Astronauten der Apollo-11-Mission auf dem Mond. Foto: dapd
Spuren im Sand. Fußabdruck eines Astronauten der Apollo-11-Mission auf dem Mond. - Foto: dapd

Die Apollo 11-Mission erfüllte einen Menschheitstraum und stellt bis heute den Höhepunkt der Raumfahrt dar. Und Neil Armstrong, ein sympathischer Jedermann, war ihr Gesicht.

Am Anfang war der Traum vom Mond. Von einem geheimnisvollen Himmelskörper, dessen bleiches Angesicht die Fantasie beflügelt und den Einsamen tröstet. Als Neil Armstrong am 21.Juli 1969 morgens um drei Uhr 56 als erster Mensch den Erdtrabanten betrat, wurde der Traum Wirklichkeit. Zumindest für zwei Stunden und 19 Minuten. Dann erhob sich die Mondfähre wieder aus dem Meer der Stille, um zur Apollo-11-Raumkapsel zurückzuschweben.

Bis zu Apollo 11 konnte man nur mit poetischen Mitteln den Mond erreichen. Vor 100 Jahren etwa veröffentlichte der deutsche Schriftsteller Gerdt von Bassewitz das Märchen „Peterchens Mondfahrt“. In dem fliegen die Kinder Peter und Anneliese gemeinsam mit dem Maikäfer Sumsemann nächtens zum Mond, untermalt von den Klängen einer kleinen silbernen Geige, auf der Sumsemann ununterbrochen spielt.

Bald darauf wurde der Traum realer. 1923 veröffentlichte der siebenbürgische Gymnasiallehrer Hermann Oberth seine Denkschrift „Die Rakete zu den Planetenräumen“. Oberth war als Jugendlicher von Autoren wie Jules Verne inspiriert worden. In seinem Buch, einer von der Heidelberger Universität abgelehnten Doktorarbeit im Fach Physik, machte Oberth genaue Vorschläge, wie man in den Weltraum gelangen könnte: mit einer großen Rakete – nicht, wie bei Jules Verne, mit einer Kanonenkugel oder, wie bei Bassewitz, beflügelt von Geigenklängen.

Bildergalerie: Neil Armstrong und die Mondlandung:

Es fehlte nur noch jemand, der die Vision in die Tat umsetzte und Menschen ins Weltall reisen ließ. Dieser jemand war Oberths Schüler Wernher von Braun. Der Ingenieur leitete während des Zweiten Weltkriegs das deutsche militärische Raketenprogramm und baute mit der „V 2“ ein Projektil, das bis ins Weltall vorstieß.

Nach dem Krieg machte von Braun in den USA rasch Karriere, auch wenn die Amerikaner dem „Raketenmann“ mit einer Mischung aus Bewunderung und Argwohn gegenübertraten. So sehr von Braun sich auch bemühte, fortan ein mustergültiger Amerikaner zu sein – seine Vergangenheit als leitender Waffenbauer gegen die Alliierten blieb an ihm haften. Mit der gigantischen, mehr als 100 Meter hohen Saturn 5 konstruierte von Braun die Rakete, die Apollo 11 zum Mond bringen sollte. Kein Maikäfer, sondern eine dröhnende Höllenmaschine, deren Eingeweide mit Millionen Litern hochexplosiven Treibstoffs gefüllt waren.

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