Neue DAAD-Präsidentin : Unis sollen internationaler werden - mit weniger Partnern

Die neue Präsidentin des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) kündigt eine neue Programmlinie für Hochschulen an: Gefördert wird, wer sich bei internationalen Kooperationen spezialisiert.

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Noch drängen Abiturienten aus geburtenstarken Jahrgängen und doppelten Abiturjahrgängen an die deutschen Hochschulen. Überfüllt sind sie auch wegen der Aussetzung von Wehr- und Zivildienst. Doch der demografische Wandel ist da, bald wird er Unis und Fachhochschulen erreichen. Um das hohe Niveau seines Wissenschaftssystems zu halten, müsse Deutschland mehr tun, um ausländische Studierende anzuziehen, sagte Margret Wintermantel, seit Anfang Januar Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) am Montag in Berlin. Sie wolle dazu beitragen, dass die Zahl von jetzt 245 000 bis zum Ende des Jahrzehnts auf 300 000 steigt.

Doch wie sollen die unterfinanzierten Hochschulen die derzeitige Überlast und notwendige Internationalisierung ihrer Studierendenschaft stemmen? Über Gebühren für Nicht-EU-Ausländer, wie sie zuletzt Berlins früherer Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner vorgeschlagen hat, „müssen wir in den Gremien des DAAD diskutieren“, sagt Wintermantel. Auch als DAAD-Präsidentin bleibt sie bei der Position, die sie in der seit 2006 von ihr geleiteten Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vertritt: „Um die Grundfinanzierung der Hochschulen zu sichern, brauchen wir privates Geld von Stiftern oder durch Gebühren.“

Bis Ende April wird Wintermantel (65) beide Präsidentschaften ausfüllen, dann wählt die HRK einen neuen Chef, der sofort antreten soll. Beim DAAD steht ihr ein ebenfalls neuer Vizepräsident zur Seite, Joybrato Mukherjee (38), seit 2009 Präsident der Universität Gießen.

Mehr Geld vom Austauschdienst stellt Wintermantel den Hochschulen für ihre Internationalisierungsstrategien in Aussicht. Der DAAD werde dafür eine neue Programmlinie aufbauen. Fördern wolle man Universitäten und Fachhochschulen, die sich mit einer neuen Strategie auf bestimmte Partner in der Welt und ausgewählte Forschungskooperationen konzentrieren.

Steigen soll auch die Zahl der deutschen Studierenden, die ins Ausland gehen – von derzeit einem Drittel auf die Hälfte aller Studenten. „Die globalen Herausforderungen der Zukunft können nur Menschen bewältigen, die internationale Erfahrung haben, die empathiefähig mit anderen Kulturen umgehen und die eigene Perspektive kritisch infrage stellen können“, sagte Wintermantel.

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