Neue Grippe : Pandemie noch möglich Forscher sehen weiter Gefahrenpotenzial

Von der Schweinegrippe geht ein erhebliches Potenzial für eine Pandemie aus. So lautet das Ergebnis einer ersten Analyse, die nun online vom Fachblatt „Science“ veröffentlicht wurde.

Damit ist nach Ansicht der Wissenschaftler unter Leitung von Christophe Fraser vom Imperial College London die Einstufung als Alarmphase 5 (von 6) durch die Weltgesundheitsorganisation gerechtfertigt.

Allerdings zeichne sich ab, dass der Erreger weniger gefährlich sei als das Influenzavirus, das 1918 die spanische Grippe mit geschätzten 50 Millionen Toten verursachte. Das Gefahrenpotenzial sei eher mit dem der asiatischen Grippe von 1957 vergleichbar. Diese Pandemie forderte damals weltweit zwischen einer und vier Million Todesopfer. Die Sterblichkeit durch den neuen Erreger liege bei schätzungsweise 0,4 Prozent. Das heißt, dass von 1000 Grippekranken etwa vier Personen an der Schweinegrippe sterben. Das entspricht in etwa der Sterblichkeit durch die „übliche“ saisonale Grippe.

Grundlage der Analyse sind Daten aus Mexiko. Dort habe es bis Ende April etwa 23 000 Infektionen gegeben, nehmen die Forscher an. Die Schweinegrippe sei ansteckender als die herkömmliche Influenza und darin vergleichbar mit anderen Grippe-Pandemieviren. Begonnen habe die Epidemie vermutlich in der kleinen Ortschaft La Gloria in der Provinz Veracruz Mitte Februar. Dort waren 616 von 1575 Einwohner an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt, 61 Prozent der Betroffenen waren unter 15 Jahre alt. Das könnte dafür sprechen, dass Ältere durch einen früheren Kontakt mit anderen Grippeviren besser geschützt sind.

Die weltweit bestätigten Fälle stiegen unterdessen auf 5100. Auch China meldete erstmals eine Infektion – bei einem 30-jährigen, der in den USA war. wez

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