Wissen : Neues Ölfeld im Norden entdeckt Dennoch wird der Energieträger bald knapp

Der norwegische Energiekonzern Statoil hat in der polaren Barentssee nach eigenen Angaben einen „bemerkenswerten“ Ölfund gemacht. Der Fund, 200 Kilometer vor der Nordküste des Landes, sei „die wichtigste Entdeckung auf dem norwegischen Kontinentalsockel seit zehn Jahren“, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Potenzial des Fundes im „Skrugard-Prospekt“ schätzt Statoil auf umgerechnet 500 Millionen Barrel Öl. Man wolle „so schnell wie möglich“ den Start der Förderung erreichen, hieß es.

Die Ölgewinnung aus dem tiefen Meer ist riskant, wie die Havarie der „Deepwater Horizon“ vor knapp einem Jahr zeigte. Dennoch wird sich die Förderung von Tiefwasser-Erdöl – das sind Vorkommen in Meeresböden, die von mindestens 500 Meter Wasser bedeckt sind – in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich verdoppeln. Das geht aus einer Analyse der Deutschen Rohstoffagentur in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hervor. „Der Anteil von Tiefwasser-Erdöl an der Gesamtproduktion betrug im Jahr 2000 nur drei Prozent, bis 2009 stieg er auf sieben Prozent“, erläutert Studienautor Dieter Franke. Bis 2015 dürfte der Anteil 15 Prozent betragen. Trotz hoher Kosten durch aufwändige Technik und Umweltschutzauflagen.

Der Abbau ist attraktiv, weil der Ölpreis weiter steigt. In den vergangenen fünf Jahren habe er sich fast verdreifacht, berichtet das Wissenschaftsjournal „Science“ in einem aktuellen Report. Dennoch hielt die Förderung mit dem steigenden Bedarf kaum Schritt. In den Nicht-Opec-Ländern, die rund zwei Drittel der globalen Ölproduktion beisteuern, sei der Ausstoß seit 2004 kaum gesteigert worden, heißt es in dem Bericht. Der Grund: Die konenventionellen Ölfelder werden schneller leergepumpt als neue Quellen in der Tiefsee oder in Ölsanden und Tonsteinen erschlossen werden. Die Nicht-Opec-Staaten hätten bereits den „Peak Oil“, den Zeitpunkt der maximalen Förderung, erreicht, glauben Experten. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) könne ihren Ausstoß auch zukünftig spürbar erhöhen. Auf der anderen Seite könnte eine künstliche Verknappung aber noch höhere Erträge bringen. nes/dpa

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