Nobelpreis für Medizin 2009 : Das Gewinnerteam aus den USA

Wie altert die Zelle? Die Forschung daran ist noch jung und wurde nun mit dem Medizinnobelpreis geehrt. Dahinter stecken drei US-Forscher. Wir stellen sie kurz vor.

BerlinWieder einmal sind es drei US-Forscher, die den Nobelpreis für Medizin erhalten. Elizabeth H. Blackburn von der Universität Kalifornien in San Francisco, Carol W. Greider von der John-Hopkins-Universität in Baltimore und Jack W. Szostak von der amerikanischen Harvard-Universität teilen sich die weltweit bedeutendste Auszeichnung in der Wissenschaft. Wichtig zu erwähnen ist auch, das mit Blackburn und Greider zwei Frauen geehrt werden. Die beiden Forscherinnen sind damit Nummer 36 und 37 in der noch kurzen Liste der Preisträgerinnen.

Die beiden Frauen fanden in den achtziger Jahren gemeinsam heraus, wie ein Enzym namens Telomerase Schutzkappen (Telomere) für Chromosomen bilden, durch die das Erbgut bei der Zellteilung geschützt ist. Jack W. Szostak machte etwa zur gleichen Zeit unabhängig davon eine ähnliche Entdeckung.

Elizabeth H. Blackburn wurde 1948 in Hobart, Tasmanien geboren und hat die amerikanische und die australische Staatsbürgerschaft. Nachdem sie zunächst an der Universität in Melbourne ihren Abschluss (Master of Science) machte, erhielt sie den Doktor in Molekular- und Zellbiologie an der Cambridge-Universität 1975 in England. Die folgenden zwei Jahre forschte Blackburn an der Yale-Universität in den USA, um dann 1978 zunächst nach Berkeley und 1990 an die Universität von Kalifornien in San Francisco (UCSF) zu wechseln. Sechs Jahre lang war sie dort Vorsitzende des Fachbereichs Mikrobiologie und Immunologie. Heute hat sie an der UCSF die Morris-Herzstein-Professur für Biologie und Physiologie inne.

Die 1961 in San Diego, Kalifornien, geborene US-Forscherin Carol W. Greider studierte an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara und in Berkeley. Hier war sie Doktorandin unter Blackburn. Gemeinsam entdeckten die beiden 1984 in einzelligen Wimpertierchen der Gattung Tetrahymena die Telomerase, also das Enzym, welches die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen bildet. Dafür erhielten sie nun den Nobelpreis für Medizin. Heute ist Greider Inhaberin der Daniel-Nathans-Professur und Direktorin der Abteilung für Molekularbiologie und Genetik an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore.

Der einzige Mann unter den Gewinnern des diesjährigen Medizin-Nobelpreises ist Jack W. Szostak. Er wurde 1952 in London geboren und nahm später die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Aufgewachsen ist er in Kanada, wo er an der McGill-Universität in Montreal studierte. Später wechselte er an die Cornell-Universität in Ithaca, New York, wo er 1977 seinen Doktor in Biochemie machte. Seit 1979 ist Szostak Professor für Genetik an der Harvard Medical School. Zudem arbeitet der Zellbiologe am Howard Hughes Medical Institut am Massachusetts General Hospital.

Schon zuvor wurden die drei für ihre Entdeckungen geehrt. So bekamen sie im Jahr 2006 den Albert Lasker Award für grundlagenmedizinische Forschung, der gemeinsam mit dem Albert Lasker Preis für klinisch-medizinische Forschung als höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung in den USA gilt. Zudem erhielten Blackburn und Greider für ihre Forschung 2009 den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstädter-Preis und 2007 den Louisa Gross Horwitz-Preis zusammen mit Joseph G. Hall.

Quelle: ZEIT ONLINE

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