Nobelpreis für Medizin 2014 : Die Entdecker des inneren GPS

Die Neurowissenschaftler, die nun mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt wurden, inspirierten sich gegenseitig. Drei Kurzbiographien.

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Gewusst wo. Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser forscht seit dem Studium zusammen und konnte die Auszeichnung kaum fassen.
Gewusst wo. Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser forscht seit dem Studium zusammen und konnte die Auszeichnung kaum...Foto: AFP

An der Universität in Oslo haben sie sich kennengelernt, die beiden norwegischen Forscher Edvard und May-Britt Moser. Dort haben sie sich verliebt, haben Bücher über Neurobiologie und Psychologie gelesen und den Grundstein für ihre Erforschung der menschlichen Orientierung gelegt. Jene Fähigkeit des Gehirns, für deren Entdeckung sie nun den mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 881 000 Euro) dotierten Medizin-Nobelpreis bekommen haben. Allerdings nicht allein. Ohne den Forscher John O'Keefe wären sie vielleicht nie so weit gekommen.

Der 74-jährige Neurowissenschaftler wurde 1939 in New York City geboren, studierte dort am City College und promovierte 1967 in physiologischer Psychologie an der McGill University in Montreal. Danach arbeitete O’Keefe am University College in London und entdeckte 1971 die sogenannten Ortszellen im Hippocampus, den Grundbestandteil des Navigationssystems im Gehirn. 1987 wurde O'Keefe Professor am Institut für kognitive Neurowissenschaften, heute ist er Direktor des Sainsbury Wellcome Centre for Neural Circuits and Behaviour. Er ist mit seiner Kollegin Eileen O’Keefe verheiratet und hat zwei Kinder. So wie Edvard und May-Britt Moser.

Geehrt. John O'Keefe entdeckte die Ortszellen.
Geehrt. John O'Keefe entdeckte die Ortszellen.Foto: dpa

Nachdem die beiden an der Universität Oslo Mathematik, Statistik, Programmieren, Neurobiologie und Psychologie studiert hatten, promovierten sie in Neurophysiologe. Im Anschluss verließen sie Norwegen und trafen 1995 in London auf John O'Keefe. Nicht nur eine Inspiration war er für die Nachwuchswissenschaftler, er war ein Mentor. Und so entdeckten die Norweger drei Jahrzehnte nach seinem Fund der Ortszellen jenes Koordinatensystem aus Zellen im Gehirn, das sie nun zu Nobelpreisträgern gemacht hat.

Um auch langfristig zusammen arbeiten zu können, kehrte das Paar 1996 in die Heimat zurück. Edvard Moser ist seit 1998 Professor an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens, May-Britt Moser bekam ihre Professorenstelle im Jahr 2000. Neben der Forschung ist das Wandern ihre zweite Leidenschaft. Verlobt haben sie sich damals auf dem Kilimandscharo. Nachdem sie zu zweit Schritt für Schritt gegangen und schließlich ganz oben angekommen sind.

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