Nobelpreisträgertreffen in Lindau : Forscher fordern mehr Engagement für Klimaschutz

36 Nobelpreisträger haben am Freitag bei der Abschlussfeier der 65. Nobelpreisträgertagung zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Ihre Botschaft richtet sich an die Teilnehmer der bevorstehenden Klimakonferenz in Paris.

Initiator. Die Deklaration wurde maßgeblich von dem US-australischen Astrophysiker Brian Schmidt vorangebracht. Foto: dpa
Initiator. Die Deklaration wurde maßgeblich von dem US-australischen Astrophysiker Brian Schmidt vorangebracht.Foto: dpa

Auf Initiative des US-australischen Astrophysikers Brian Schmidt unterzeichneten die Spitzenforscher auf der Insel Mainau eine entsprechende Deklaration. Der Appell richtet sich vor allem an die Vereinten Nationen: Sie sollen die Chance auf dem kommenden Klimagipfel in Paris nutzen und sich auf eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung im Geiste des Kyoto-Protokolls einigen, heißt es in dem Text. „Untätigkeit würde bedeuten, dass wir künftige Generationen der Menschheit einem unzumutbaren Risiko aussetzen.“

Ein gemeinsamer Tag auf der Blumeninsel Mainau bildet traditionell den Abschluss der Nobelpreisträgertagung in Lindau. Die Teilnehmer waren am Morgen mit einem Schiff zu der Insel gefahren. Zuvor hatten sich die Nobelpreisträger mit jungen Nachwuchsforschern rund eine Woche lang in Vorträgen und Gesprächsrunden ausgetauscht.

Die Unterzeichner warnen vor einer "umfassenden menschlichen Tragödie"

Das Nobelpreisträgertreffen widmete sich mit der Deklaration zum Klimaschutz nach eigenen Angaben erstmals seit 60 Jahren wieder einem
gesellschaftspolitischen Thema. 1955 hatten Wissenschaftler um den Physiker Otto Hahn vor den Gefahren der militärischen Nutzung der Atomenergie
gewarnt. Nach dem G-7-Gipfel in Elmau und der „Klimaschutz-Enzyklika“ von Papst Franziskus reihen sich mit der Deklaration nun auch namhafte
Naturwissenschaftler in die Reihe der Mahner gegen die Erderwärmung ein.

„Wenn wir dem nicht entgegensteuern, so wird die Erde schließlich nicht mehr in der Lage sein, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden
und unsere ständig zunehmende Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie zu decken“, heißt es im Deklarationstext. „Und dies wird zu einer
umfassenden menschlichen Tragödie führen.“ (dpa)

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