Numerus Clausus an Hochschulen : Jeder zweite Studiengang hat einen NC

Deutschlandweit sind knapp die Hälfte aller Bachelor- und Masterstudiengänge zulassungsbeschränkt. Am schwersten ist es für Bewerber in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg an die Uni zu kommen.

von
Studierende im Hörsaal.
Andrang. Für viele Fächer müssen Bewerber Einser-Noten mitbringen.Foto: Manfred Thomas

Deutschlandweit sind knapp die Hälfte aller Bachelor- und Masterstudiengänge zulassungsbeschränkt, im grundständigen Bachelorbereich sind es sogar etwas mehr. Diese Zahlen lassen sich dem „Hochschulkompass“ der Hochschulrektorenkonferenz entnehmen. Zum Wintersemester 2013/14 waren zum Beispiel unter den Bachelorstudiengängen genau 51,5 Prozent mit einem Numerus Clausus belegt. Jetzt hat sich das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) die Zahlen noch einmal vorgenommen – und die Quoten nach Fächergruppen und Bundesländern analysiert. In Berlin, Hamburg und Bremen gibt es demnach besonders viele NC-Fächer. In den östlichen Bundesländern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz schaffen es Studienbewerber dagegen vergleichsweise leicht an eine Hochschule. (Hier geht es zur CHE-Studie.)

An den Berliner Unis sind 87,8 Prozent der Fächer mit einem NC belegt

In Berlin sind laut CHE über alle Hochschultypen hinweg 64,8 Prozent aller Bachelor- und Master-Studiengänge zulassungsbeschränkt, wobei die Unterschiede zwischen Bachelor und Master nicht allzu groß sind. An den Berliner Universitäten sind es mit 87,8 Prozent deutlich mehr. An der Spitze liegen die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 92,9 Prozent (Ingenieurwissenschaften: 77 Prozent, Naturwissenschaften 83,5 Prozent, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 87,5 Prozent).

An den Fachhochschulen sieht die Lage in Berlin auf den ersten Blick mit 51,2 Prozent NC-Fächern entspannter aus. Hier dürften allerdings auch private Hochschulen eine Rolle spielen. Die belegen ihre Fächer zwar nicht mit einem NC, nehmen dafür aber hohe Studiengebühren.

Thüringen - ein Paradies für Studienbewerber

Ein Paradies für Studienbewerber ist Thüringen: Im Bachelor sind nur 15,1 Prozent der Studiengänge zulassungsbeschränkt. Auch Mecklenburg-Vorpommern (25,2 Prozent NC-Fächer) und Sachsen-Anhalt (27,4 Prozent) sind lohnende Ziele für Erstsemester. Im Master-Bereich hat Schleswig-Holstein die wenigsten NC-Studiengänge (17,1 Prozent), gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (19,1 Prozent). Hohe Hürden bauen neben Berlin vor allem Bremen (82,9 Prozent NC-Fächer im Bachelor) und Hamburg (76,9 Prozent im Bachelor) auf. Im Master-Bereich liegen die Quote in diesen beiden Stadtstaaten bei jeweils 55 Prozent. Im Vergleich der Fächergruppen haben es bundesweit Bewerber für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am schwersten (53,7 Prozent NC-Fächer; Ingenieurwissenschaften: 44,9 Prozent, Naturwissenschaften 42,9 Prozent, Sprach- und Kulturwissenschaften 40,3 Prozent).

Im Master dürfte es künftig noch schlimmer werden

Im Durchschnitt aller Länder versehen tendenziell Fachhochschulen ihre Fächer häufiger mit einem NC (49,5 Prozent, Universitäten: 43,7 Prozent). Während im grundständigen Bereich die Quote der zulassungsbeschränkten Studiengänge seit Jahren konstant ist, dürfte sie nach Einschätzung des CHEs im Master noch steigen: Die doppelten Abiturjahrgänge sind im weiterführenden Studium noch nicht angekommen.

Autor

6 Kommentare

Neuester Kommentar