Wissen : Offen für Lesben und Schwule

Hochschule will gegen Diskriminierung vorgehen

Die evangelische Hochschule Ludwigsburg soll beispielhaft für Hochschulen bundesweit Strategien gegen die Diskriminierung schwuler und lesbischer Studierender entwickeln. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die kirchliche Hochschule dazu kürzlich in in eine ausgewählte Gruppe von acht Hochschulen berufen, die sich mit dem Umgang mit studentischer Vielfalt beschäftigen.

Der Verband fördert die Diversity-Konzepte von vier Universitäten, drei Fachhochschulen und einer Kunst- und Musikhochschule im Rahmen seiner Initiative „Ungleich besser! Verschiedenheit als Chance“ mit je 25 000 Euro. Den Zuschlag für die evangelische Hochschule begründete der Stifterverband vor allem damit, dass diese sich dem Thema unterschiedlicher sexueller Orientierung widme. In ihrer Bewerbung hatte die Ludwigsburger Hochschule selbst auf das Problem der Diskriminierung homosexueller Studenten in ihren eigenen Reihen hingewiesen. Konflikte gebe es unter anderem wegen der „fundamentalistisch-religiösen Orientierung einzelner Studierender“. Bereits seit mehreren Jahren wirbt darum eine studentische Arbeitsgruppe mit dem Namen „Liebe ist Liebe“ für mehr Toleranz. In diesem Semester gibt es Vorlesungen zum Thema „Kirche und sexuelle Orientierung“ und zum Umgang mit homosexuellen Migranten in der Sozialarbeit – der Titel: „Was tun, wenn Ümit schwul und Natasche lesbisch ist?“

Mit dem Fördergeld des Stifterverbandes will die Hochschule eine Antidiskriminierungshotline für Studierende einrichten. Zudem soll das entsprechende Lehrangebot erweitert werden. Die Hochschule betonte aber, ihr Vielfaltskonzept beziehe sich auch auf Migranten, Frauen und Eltern unter den Studenten. Angebote für Studierende mit Kind und für solche mit Migrationshintergrund sollten verbessert werden. Fast jeder zehnte Studierende der Hochschule betreut Kinder, fast 17 Prozent haben einen Einwanderungshintergrund. Bereits seit drei Jahren gibt es dort ein „Institut für Antidiskriminierungs- und Diversityfragen“, das sich wissenschaftlich mit Vielfalt und Fremdheit beschäftigt.fvb

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